Wartung bei Elektroautos wird zur Kostenfalle

VW-KäferBei Elektroautos fehlen ja viele Teile, die beim Verbrenner vorhanden sind und gewartet werden müssen. Vom Luftfilter über Ölwechsel beim Motor, Zündkerzen, Abgasmessung bis hin zu durchgerosteten Auspuff-Töpfen. Eigentlich sollte die Inspektion in der Vertragswerkstatt doch günstiger werden? Weit gefehlt, zumindest in Einzelfällen, wie ich gerade erfahren habe.

Als Ingenieur bin ich auch lange Zeit davon ausgegangen, dass die Wartung eines Elektroautos einfacher wird und sich preislich auf der Rechnung niederschlagen sollte. Wird auch so z.B. von Auto-Motor-Sport hier angegeben, wobei anklingt, dass es durchaus Ausreißer gibt. Kürzlich bin ich auf den Artikel Warum die Wartung bei Elektroautos zur Kostenfalle werden kann gestoßen, der mein Bild kräftig durchgeschüttelt hat. Die Botschaft lautet, dass nicht nur der Kauf, sondern auch die Inspektion von Elektroautos deutlich teurer als Verbrenner sein kann und in manchen Fällen auch ist.

Als Grund wird im Artikel angegeben, dass die Vertragswerkstätten bei Arbeiten an Elektroautos bis zu 30 % höhere Stundensätze veranschlagen. "In Einzelfällen werden bis zu 400 Euro pro Arbeitsstunde aufgerufen", zitiert der obige Artikel Dominik Lutter, der beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) die Abteilung Werkstätten und Service leitet.

Es wird argumentiert, dass die Werkstätten die Schulung der Mitarbeiter, die an Hochvolt-Anlagen von Elektroautos arbeiten können, über höhere Stundensätze wieder "hereinholen müssten". Zudem gibt es die Überlegung, dass fallende Inspektionszeiten zu Einnahmeeinbußen führen, was durch höhere Stundensätze kompensiert werden soll. Die Branche schafft sich damit aber ein Problem, und es gibt durchaus Diskussionen, ob das alles so im Sinne des Erfinders ist.

Ich fand die Informationen im Artikel schon recht aufschlussreich und interessant. So was bekommt man als Käufer vorher nicht mit. Und ob die viele Elektronik in modernen Autos nicht auch noch zusätzlich die eine oder andere teure Reparatur verursacht, müsste auch beobachtet werden. Noch fahre ich einen jetzt 10 Jahre alten Verbrenner – und hüte den wie einen Schatz – der soll noch einige Tage durchhalten. Denn die mit moderner Elektronik vollgestopften modernen Autos erscheinen mir nicht sonderlich lukrativ – ich sage immer "was nicht eingebaut ist, kann nicht kaputt gehen". Und vieles von dem modernen Schnickschnack brauche ich nicht – oder ich bin bei aktuellen Ersatzfahrzeugen von dem ständigen Gebimmel der Warnfunktionen schlicht genervt.

Dieser Beitrag wurde unter Technik abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Kommentare zu Wartung bei Elektroautos wird zur Kostenfalle

  1. Blupp sagt:

    Der menschlichen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das kennen wir schon vom Friseur, oder warum bezahlen Frauen deutlich mehr, selbst dann wenn sie sich auch nur einfach die Haare schneiden lassen? Selbstverständlich pflegt man seine Frau damit man sie möglichst lange hat und nun ist das mit alten Autos genauso. Dabei sollte man beim Auto, und nur da, zusehen, dass man was jüngeres bekommt. Meine Fahrzeug ist nun schon gut volljährig und kann schon mit Gebimmel nerven. Aber es schnurrt wie ein Kätzchen und fühlt sich auch sonst wohl. In Anbetracht dieses Datenschutz-Supergaus der fahrenden Computer und der Phantasiepreise nebst eklatantem Generve kommt mir nichts neues in die Garage. Schließlich will ich kein Entertainment, ich will einfach nur von A nach B fahren können, nichts anderes.

  2. Norbert sagt:

    Sorry Günter, ich hätte nicht gedacht das du auf so einen Mist wie Lokus reinfällst. Die schreiben im ersten Artikel wie toll E-Autos sind und o. Nächsten wird das Gegenteil behauptet. Wir fahren seit 5 Jahren Tesla und ich kann das überhaupt nicht bestätigen! Bisher keine Reparaturen und Inspektionen, nur TÜV, Veraicherung ind Strom. Ich würde mir nie wieder einen Verbrenner kaufen, die Entscheidung zum EV war genau die Richtige. Auch die ganzen Gerüchte darüber das EVs ständig in Flammen aufgehen, es gibt statistiken darüber das Verbrenner deutlich öfter brennen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum sie so heißen.

    Was ich wiederum nicht nachvollziehen kann sind vorgeschriebene Wartungsintervalle diverser Hersteller, vor Allem Deutscher, wo dann zwangsweise ein Mal im Jahr der Pollenfilter getauscht werden muss weil man sonst keine Garantie mehr hat.

    • guenni sagt:

      Nun ja, ob man mit deinem Sprach-Duktus konform gehen muss? Meine Kragenweite ist das nicht – und Tesla-Fahrer sind eh etwas speziell, sobald ein Artikel mal kritische Fragen stellt (musste ich mehrfach feststellen).

      Insgesamt kommt es wohl darauf an, welche Vertragswerkstatt man hat. Ich habe spaßeshalber mal kurz gesucht und diesen 7 Monate alten reddit.com-Thread gefunden. Es gibt Meldungen, die angeben, dass die Wartung günstiger ist, andere beklagen sich über genau das, was oben im Artikel aufgeführt ist: Happige Stundensätze für Arbeiten am Elektroauto. Muss halt jeder selbst schauen, wie er auskommt. Gibt weitere 1 Jahr alte Artikel mit dem Tenor "im Idealfall wird es günstiger, sobald Reparaturen kommen, schlagen die 30 % höheren Preise bei E-Autos rein".

      Ergänzung: Ist echt spaßig – die Kollegen von Golem haben zum 29. Januar 2026 den Artikel Elektroauto-Wartung: Kostenfalle Jahresinspektion aus dem Hut gezaubert und dabei andere Quellen herangezogen. Auweia, irgend etwas liegt da scheinbar in der Luft …

  3. M.O. sagt:

    ich halte den Artikel für FUD. hier werden einzelne Ausreißer aufgebauscht. hier in der Gegend (Südbrandenburg) freuen sich die Werkstätten sogar über Entlastungen, Termine für Wartung oder Reparatur waren kaum zu bekommen, die Mitarbeiter ächzten unter den Überstunden. die Durchsicht beim E-Auto ist günstiger als beim Diesel zuvor, da der Arbeitsumfang geringer ist. bei der Durchsicht werden auch keine Arbeiten am Hochvolt-System vorgenommen.

  4. noway sagt:

    Wartung wird bei ALLEN modernen Autos (auch Verbrenner/Hybride) zur Kostenfalle und eine wirtschaftliche Reparatur ist oft schon bei Schäden nicht mehr möglich, über die man früher gelacht hätte. Das ist so by design.

    Ich hatte mich beim letzten Autothema schon einmal dazu ausgelassen: https://borncity.eu/senioren/2026/01/12/bimmel-alarm-neue-autos-und-die-nervenden-assistenzsysteme/#comment-13020

    Ja, ich kenne auch genügend Leute, die alle drei vier Jahre ein neues Auto leasen oder vom Arbeitgeber einen Dienstwagen gestellt bekommen. Die kümmert das nicht und offenbar halten sie die Kosten für normal. Für mich sind sie jedenfalls nicht normal, werden nie normal sein und ich habe auch keine Lust, durch allgemein ständig steigende Versicherungsbeiträge die Tatsache mit zu subventionieren, dass die Dinger schon bei kleineren Unfällen komplett abgeschrieben werden. Und das Wort "Nachhaltigkeit" möchte ich im Zusammenhang mit diesen Auswüchsen auch nie mehr hören. Geplante Obsoleszenz und Bindung an die Willkür von Hersteller und Vertragspartner trifft es eher.

  5. Jonathan sagt:

    noway hat es schon geschrieben: Reparaturen und Wartung werden bei allen modernen Autos teurer. Das liegt weniger am Antrieb sondern mehr an den diversen technischen Spielereien, die moderne Fahrzeuge so mitbringen – und ohne die das Fahrzeug nicht mehr fahren will.

    Passend zum Thema: Hier ist letzte Woche eine Mail unseres Reifenlieferanten eingegangenen mit dem Titel "Wer darf beim E-Auto einen Reifenwechsel machen?". Demnach braucht jede Person, die irgendwelche Arbeiten an E-Fahrzeugen ausführt, eine entsprechende Schulung nach DGUV I 209-093. Auch für einen Reifenwechsel. Dazu fällt einem doch echt nichts mehr ein….

    • noway sagt:

      Seit 2012 (Typprüfung) bzw. 2014 (Erstzulassung) müssen ja alle in der EU neuzugelassenen Fahrzeuge über ein Reifendruckkontrollsystem verfügen. Wenn das ein sogenanntes aktives System ist mit eigenen Sensoren in den Rädern, muss man bei jedem Räderwechsel in die Werkstatt, um die Sensoren anzulernen oder zu wechseln. Das fände ich schon nervig genug (trifft bei mir natürlich nicht zu, nur Ü30-Autos im Haushalt) und es kostet ja auch Geld.
      Ich hab's gerade nachgeschaut, man braucht offenbar beim E-Auto tatsächlich selbst für den Radwechsel einen sogenannten Hochvoltschein. Braucht man den dann auch, wenn man die Sitze einstellt oder den Türgriff bedient oder gar das Fahrzeug auflädt, wenn alles daran offenbar so gefährlich ist…?
      Man wartet also nicht nur auf Reisen an der Ladesäule, sondern auch in der Werkstatt auf den Hochvoltspezialisten, selbst bei einem Radwechsel. Prima.
      Und da wundere ich mich auch nicht, warum die so schnell kaputtgeschrieben werden, das liegt wohl nicht nur an Designentscheidungen wie Batterien als Teil der Bodengruppe, Software-Lockins und Gigacasting-Karosserien, sondern schon an der simplen Frage: Wer soll sie denn reparieren?

      • Jonathan sagt:

        "Braucht man den dann auch, wenn man die Sitze einstellt oder den Türgriff bedient oder gar das Fahrzeug auflädt, wenn alles daran offenbar so gefährlich ist…?"

        Nein, zum Glück noch nicht. Das sind "mit dem Führen des Fahrzeugs vergleichbare Tätigkeiten" – hier genügt eine "Sensibilisierung" der entsprechenden Person (die auch für das Fahren mit E-Autos erforderlich ist). Das Gleiche gilt übrigens auch für das Waschen des Fahrzeugs.

  6. MikeX sagt:

    Ich selbst fahre jetzt sein >6 Jahren elektrisch, jetzt das zweite Modell (das erste war zum ausprobieren). Habe jetzt zwei "Service" Termine hinter mir und kann folgendes feststellen:
    a) der Service ist inhaltlich definitiv "einfacher" bei 30.000 km waren es 254,-
    b) der Service bei 60.000 km waren es 640,-, weil lt. Hersteller die Kühlflüssigkeit des Akku getauscht werden soll/muss (Veränderung der Chemie und so.).
    Beides war mir im Vorfeld, bevor ich mir das Fahrzeug gekauft hatte bekannt und ein kleiner Grund es auch zu tun.
    Bei meinem Verbrennerfahrzeug vorher hatte ich ca. alle zwei Jahre Servicekosten knapp über 1000,- und mehr Defekte.

    Mein aktuelle Modell werde ich so lange fahren bis es nicht mehr geht, da mir die neuen Fahrzeuge definitiv zuviel "gebimmel" haben.

    VG

    PS: Beim Fahrzeugkauf muss man auch auf die Versicherung usw. achten – vorher, nicht nachher.

Antworte auf den Kommentar von MikeX Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert