Es ist ein harter Dämpfer für die Arzneimittelforschung und eine Enttäuschung für Menschen mit der Hoffnung, eine Alzheimer-Erkrankung durch Medikamente aufhalten zu können. Ärzte, Krankenkassen und Kliniken sehen im Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab keinen belegten Zusatznutzen. Trotzdem können Lecanemab nutzen.
Das Alzheimer-Medikament Lecanemab besitzt seit dem 15. April 2025 eine Zulassung in der EU. Das Alzheimer-Medikament Lecanemab weckte bei Medizinern und Patienten Hoffnungen, den Verlauf dieser Krankheit verlangsamen zu können. Ich hatte im Beitrag EU lässt Alzheimer-Medikament Lecanemab zu berichtet.
Die Tage bin ich auf einen Meldung auf Tageschau.de gestoßen, die einen heftigen Dämpfer für alle Hoffnungen darstellt. Der Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab ist der erste Wirkstoff in Deutschland, der sich direkt gegen die Eiweißablagerungen im Gehirn wende. Für den Wirkstoff Lecanemab gibt es nach Ansicht eines entscheidenden Expertengremiums keinen belegten Zusatznutzen im Vergleich zu älteren Behandlungsansätzen. Der erste Wirkstoff in Deutschland, der sich direkt gegen die Eiweißablagerungen im Gehirn wende, habe bei Symptomatik oder Lebensqualität nicht besser abgeschnitten als Behandlungen, die nur auf Symptome zielte, heißt es.
Aber Lecanemab kann trotz dieses Beschlusses zunächst weiter verordnet werden. Allerdings dürften die gesetzlichen Krankenkassen künftig nicht mehr oder nur noch wenig für Lecanemab bezahlen. Die G-BA-Bewertung hat einen großen Einfluss auf die Verhandlungen über den Preis. Einigen sich Krankenkassen und Hersteller nicht über einen Preis, könnte der Hersteller das Mittel vom deutschen Markt zurückziehen.
"Kein Zusatznutzen bedeutet nicht, dass der Wirkstoff nutzlos ist", betont der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken. Stattdessen gehe es darum, ob Lecanemab Vorteile im Vergleich zu anderen bislang in Deutschland angewendeten Behandlungen habe. Neue Daten des Herstellers könnten künftig möglicherweise einen solchen Zusatznutzen noch belegen.
Ähnliche Artikel:
EU lässt Alzheimer-Medikament Lecanemab zu
Alzheimer-Medikament Lecanemab weckt große Hoffnungen
Bewegung kann Fortschreiten einer Alzheimer-Erkrankung verlangsamen



Ich könnte durchaus etwas zu Therapien mit monoklonalen Antikörpern schreiben, aber ich lasse es lieber. Sagen wir es mal so: Es überrascht mich nicht.