Mars: Von Rover gefundene Stoffe zuviel für nicht biologische Quelle

Gibt es, oder gab es, Leben auf dem Nachbarplaneten Mars? Die NASA hatte schon mal berichtet, dass deren Rover lange organischen Verbindungen im Marsgestein nachgewiesen haben. Jetzt gibt es eine Meldung der NASA, dass die Menge der Verbindungen gegen eine natürliche Entstehung spricht, d.h. es ist wahrscheinlich auf Organismen zurückzuführen.

Der Mars-Rover Curiosity landete am 6. August 2012 im Gale-Krater und erforschte seitdem die Umgebung des Landeplatzes. Inzwischen ist der Rover aber ausgefallen, hat aber während seiner Betriebszeit aufregende Entdeckungen ermöglicht (siehe Links am Artikelende). Der Rover machte auch die nachfolgend thematisierte Entdeckung.

Lange organische Moleküle auf Mars entdeckt

Zum 24. März 2025 hatte die US-Raumfahrtbehörde die Meldung NASA's Curiosity Rover Detects Largest Organic Molecules Found on Mars veröffentlicht. In pulverisiertem Gestein, dass an Bord des NASA-Rovers Curiosity analysiert wurde, haben Forscher in den Messergebnissen die bisher größten organischen Verbindungen auf dem Roten Planeten gefunden.

Organische Verbindungen auf dem Mars
Diese Grafik zeigt die langkettigen organischen Moleküle Decan, Undecan und Dodecan. Quelle: NASA/Dan Gallagher

Die Wissenschaftler ließen eine Gesteinsprobe im SAM-Minilabor (Sample Analysis at Mars) des Mars-Rovers Curiosity untersuchen. In den Messergebnissen fanden sich die Moleküle Decan, Undecan und Dodecan. Bei diesen Verbindungen, die aus 10, 11 bzw. 12 Kohlenstoffatomen bestehen, handelt es sich vermutlich um die Fragmente von Fettsäuren, die in der Probe erhalten geblieben sind. Fettsäuren gehören zu den organischen Molekülen, die auf der Erde die chemischen Bausteine des Lebens sind.

Im Blog-Beitrag Spuren von Leben? Organische Moleküle auf Mars entdeckt; Marsstaub gesundheitsgefährlich hatte ich vor einem Jahr geschrieben, dass es derzeit aber keine Möglichkeit gibt, die Quelle der identifizierten Moleküle zu bestätigen. Es könnte eine chemische Reaktion vorgelegen haben, die die Moleküle erzeugte. Es könnte jedoch der erste Beweis für Leben, oder dafür, dass die organische Chemie eine Komplexität erreicht hat, die für die Entstehung von Leben auf dem Mars erforderlich ist, sein.

Zu viel Material für nicht biologische Quelle

Ein Forschungsteam um Alexander Pavlov vom Goddard Space Flight Center der NASA hat sich erneut mit den gewonnenen Daten zu den nachgewiesenen organischen Molekülen befasst und untersucht, ob sich eine Erklärung finden lässt. Mit Hilfe von mathematischen Modellen und Experimenten versuchte man die "Uhr auf dem Mars" um 80 Millionen Jahre zurück zu drehen. Zu dieser Zeit entstanden die Felsen, in denen Curiosity die organischen Moleküle gefunden und nachgewiesen hat.

In einer Studie versuchen die Wissenschaftler eine Abschätzung und schreiben, dass die vor 80 Millionen Jahren herrschende Konzentration von langkettigen Alkanen und ihren möglichen Carbonsäure-Vorläufern zu hoch gewesen sei, um mit natürlichen Effekten erklärt werden zu können. Die Forscher gehen davon aus, dass die aus Schlamm entstandenen Felsen ursprünglich 120–7700 ppm langkettige Alkane und/oder Fettsäuren enthalten haben. Eine derart hohe Konzentration großer organischer Moleküle in Sedimentgesteinen des Mars lässt sich weder durch die Anreicherung organischer Stoffe aus kohlenstoffreichen interplanetaren Staubpartikeln und Meteoriten noch durch die Ablagerung hypothetischer, aus Dunst stammender organischer Stoffe aus einer alten marianischen Atmosphäre erklären.

Die Wissenschaftler diskutieren in ihrer Studie die Plausibilität zweier weiterer Mechanismen – eines abiotischen und eines biologischen –, die in der Lage gewesen sein könnten, diese Menge an langkettigen organischen Molekülen in den alten Mars-Sedimenten abzulagern: den allochthonen Transport hydrothermal synthetisierter organischer Stoffe und die autochthone Anreicherung organischer Stoffe aus einer hypothetischen alten Mars-Biosphäre.

Die Forscher können nicht ausschließen, dass einige aliphatische Kohlenwasserstoffe, die durch hydrothermale Synthese entstanden sind, anderswo her transportiert und im aus früheren Sedimenten gebildeten Gestein abgelagert wurden.  Eine denkbare Quelle für langkettige Alkane im Cumberland-Sediment wäre eine hypothetische alte Mars-Biosphäre.

Die Wissenschaftler behaupten nicht, dass im Cumberland-Gestein Beweise für uraltes Leben auf dem Mars gefunden wurden. Aber die Möglichkeit einer biologischer Herkunft der organischen Moleküle kann auch nicht ausgeschlossen werden. Die Informationen wurden Mitte Februar 2026 bekannt. heise hat die Schlussfolgerungen in diesem deutschen Beitrag aufbereitet.

Ähnliche Artikel:
Spuren von Leben? Organische Moleküle auf Mars entdeckt; Marsstaub gesundheitsgefährlich
Mars-Rover Curiosity weist Feucht-Trockenzeiten auf dem Mars nach
Mars-Rover Curiosity findet Hinweise auf Wasser
Mars-Rover Curiosity sendet nicht mehr – Batterien sind leer
Curiosity-Fund: Opale auf dem Mars
Curiosity fotografiert "Fingerlinge" im Mars-Staub
Mars-Rover Curiosity fotografiert etwas, was wie ein in einen Felsen geschlagener Eingang (Alien-Tür) ausschaut

Dieser Beitrag wurde unter Technik, Wissenschaft abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert