Studie ergibt: Veganer haben ein höheres Darmkrebsrisiko

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Es ist ein Ergebnis, mit dem ich keinesfalls gerechnet habe. Wenn Du dich vegetarisch ernährst, und kein rotes Fleisch isst, sollte das Risiko für Darmkrebs sinken. Dem ist wohl auch so. Wenn Leute dann aber auf vegan umschwenken, steigt das Darmkrebsrisiko wieder an. Das hat eine Studie mit 1,8 Millionen Menschen ergeben. Ursache könnte der Verzicht auf Milchprodukte sein.

Ich bin vor einigen Tagen über nachfolgenden Tweet auf diesen überraschenden Sachverhalt gestoßen, der in einer im British Journal of Cancer veröffentlichten Studie Vegetarian diets and cancer risk: pooled analysis of 1.8 million women and men in nine prospective studies on three continents aufgedeckt wurde.

Darmkrebsrisiko bei Veganern

Forscher der Oxford University in Großbritannien haben für die Studie die Daten von 1,8 Millionen Menschen im Hinblick auf die Ernährungsgewohnheiten und die Häufigkeit von Krebserkrankungen ausgewertet. Dabei wurden 1.645.555 Fleischesser, 57.016 Geflügelesser, 42.910 Pescetarier (Veganer, die Fisch essen), 63.147 Vegetarier und 8.849 Veganer in 9 Kohorten (Großbritannien, USA, Taiwan, Indien) erfasst. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 16 Jahren traten folgende Krebserkrankungen auf:

  • 4.504 Mund- und Rachenkrebs,
  • 1.308 Speiseröhrenkrebs (Plattenepithelkarzinom),
  • 2.105 Speiseröhrenkrebs (Adenokarzinom),
  • 3.578 Magenkrebs,
  • 30.528 Darmkrebs,
  • 2.970 Leberkrebs,
  • 8.030 Bauchspeicheldrüsenkrebs,
  • 3077 Lungenkrebsfälle (Nichtraucher),
  • 61.368 Brustkrebsfälle,
  • 11.220 Endometriumkarzinome,
  • 8076 Eierstockkrebsfälle,
  • 45.946 Prostatakrebsfälle,
  • 7193 Nierenkrebsfälle,
  • 6869 Blasenkrebsfälle, 11.651
  • Non-Hodgkin-Lymphome,
  • 4658 multiple Myelome und
  • 7306 Leukämiefälle.

Zur Schätzung der kohortenspezifischen Hazard Ratios (HRs) und 95 %-Konfidenzintervalle (CIs) verwendeten die Forscher eine multivariable Cox-Regression, und die Ergebnisse wurden mittels Metaanalyse zusammengefasst. Dadurch lassen sich Aussagen über Krebsrisiken in Bezug auf Ernährungsformen treffen.

Im Vergleich zu Fleischessern wiesen Geflügelesser ein geringeres Risiko für Prostatakrebs auf (0,93; 0,88–0,98), Pescatarier ein geringeres Risiko für Darmkrebs (0,85; 0,77–0,93), Brustkrebs (0,93; 0,88–0,98) und Nierenkrebs (0,73; 0,58–0,93), Vegetarier ein geringeres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs (0,79, 0,65–0,97), Brustkrebs (0,91, 0,86–0,97), Prostatakrebs (0,88, 0,79–0,97), Nierenkrebs (0,72, 0,57–0,92) und für das multiple Myelom (0,69, 0,51–0,93). Vegetarier wiesen jedoch ein höheres Risiko für Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre auf (1,93, 1,30–2,87), und Veganer hatten ein höheres Risiko für Darmkrebs (1,40, 1,12–1,75).

Die Forscher ziehen die Schlussfolgerung, dass vegetarische Ernährungsweisen das Risiko für verschiedene Krebsarten beeinflussen könnten, warnen jedoch, dass eine Verallgemeinerbarkeit mit Vorsicht betrachtet werden sollte. Die Frankfurter Rundschau hat im Artikel Oxford-Studie zeigt: Veganer haben ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko die Studienergebnisse detaillierter aufbereitet. Dort findet sich auch die Vermutung, warum Veganer ein höheres Darmkrebsrisiko aufweisen: Es fehlt an der fehlenden Aufnahmen von Milch mit ihren Inhaltsstoffen.

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