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In Deutschland können Frauen und Männer ab 50 Jahren ein Vorsorge gegen Darmkrebs in Anspruch nehmen. Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt, dass sowohl eine Darmspiegelung als auch immunologische Tests auf Blut im Stuhl (FIT) bezüglich der Krebserkennung gleich wirksam sind und Leben retten können. Sie müssen nur regelmäßig durchgeführt werden.
Im Jahr 2023 starben rund 24.100 Menschen an einer Darmkrebserkrankung, während es 2003 es noch 28.900 Personen waren. Seit 2003 kommt es zwar zu einem Rückgang der Todeszahlen durch Darmkrebs. Aber eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt das die Zahl der Todesfälle durch Darmkrebs durch regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen um bis zu 80 Prozent gesenkt werden kann. In Deutschland können Frauen und Männer ab 50 Jahren zwischen zwei Vorsorgeangeboten wählen:
- Einem immunologischen Test auf Blut im Stuhl (FIT), der alle zwei Jahre durchgeführt werden kann.
- Oder bis zu zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren. Fällt ein Stuhltest positiv aus, wird eine Darmspiegelung empfohlen.
Vor einer Darmspiegelung haben die meisten Menschen Respekt, ein Stuhltest hingegen ist weniger invasiv und einfacher durchzuführen. Dieser Test muss dafür aber häufiger wiederholt werden. Und bei einem Befund steht eine Darmspiegelung an.

(Quelle: Pexels/Pixabay CC0 Lizenz)
Aus eigener Erfahrung kann ich nur empfehlen, ab 60Plus die Darmspiegelung in Anspruch zu nehmen. Denn so bekommt man einen Status, ob Polypen oder Divertikel im Enddarm gefunden wurden. Darmpolypen können dabei direkt im Rahmen der Untersuchung entfernt werden. Werden Darmpolypen gefunden, empfehlen die Ärzte eine engmaschigere Kontrolle im Abstand von 3 bis 5 Jahren.
Im Hinblick auf "den Respekt vor einer Koloskopie" (wie eine Darmspiegelung auch genannt wird), kann ich aus eigener Anschauung nur sagen: Nicht wirklich ein Problem. Wurde meine erste Darmspiegelung noch ohne Betäubung durchgeführt und war partiell etwas unangenehm, geben die Ärzte heute Propofol als leichtes Injektionsanästhetikum. Man verschläft quasi den besten Teil der Untersuchung. Bei der letzten Koloskopie bin ich zwischenzeitlich wach geworden und konnte auf dem Monitor sehen, wie die Ärztin einen kleinen Polypen mit einer elektrischen Drahtschlinge abgetragen hat. Das ist entscheidend, da diese Polypen Vorstufen eines Darmkrebes bilden können.
Der einzig unangenehme Teil einer Darmspiegelung ist der Tag davor. Vom Praxisteam bekommt man Pülverchen, die in Wasser aufgelöst zu trinken sind. Die Lösungen dienen dazu, den Darm zu leeren und zu spülen, so dass die Untersuchung am leeren Enddarm durchgeführt werden kann. Die in Wasser aufgelösten Pülverchen (Salze) schmecken eigentlich gar nicht mal so schlecht (manche haben einen Geschmack nach Orange). Ein gewisses Problem ist halt, dass man bis zu einem Liter davon trinken muss – und das mehrfach – die genaue Anleitung bekommt man vom Praxisteam.
Mir stand dann "dieses köstliche Schlückchen" nach einem halben bis dreiviertel Liter bis "Unterkante Oberlippe" und ich musste mich zum Trinken zwingen. Aber ich habe die Prozedur bereits drei Mal durchgezogen und offen gesagt, gibt es schlimmeres. Aus meiner Sicht kann ich nur empfehlen, die Vorsorgeuntersuchungen (Darmspiegelung und / oder Stuhltest) wahrzunehmen und sich vom Hausarzt diesbezüglich beraten zu lassen.
Ich bringe es in Diskussionen, egal ob es um Krebsvorsorge oder Prävention gegen Herzinfarkt oder Schlaganfall, wenn es um die Frage "nehme ich dieses oder jenes Medikament?" oder "gehe ich zur Vorsorgeuntersuchung?", im Bekanntenkreis schlicht ein Argument. Man kann auf alles verzichten und niemand wird gezwungen. Aber wenn einen der Darmkrebs, ein Herzinfarkt oder eine Schlaganfall trifft, ändert sich dein gesamtes Leben fundamental. Ich kenne Fälle aus der Bekanntschaft und habe in meiner Rehe (nach einem Sportunfall) die "Schlaganfälle" gesehen, wie Betroffene mühsam versuchten, die einfachsten Sachen wie gehen wieder zu erlernen. Auch ein Darmkrebsfall in der Bekanntschaft verdankt einer Darmspiegelung, dass er auch 15 Jahre später noch am Leben ist – aber dazwischen liegen zwei schwere Operationen.
Eine Vorsorge ist zwar kein Garant, niemals Krebs zu bekommen. Aber es ist die beste und einfachste Möglichkeit zur Darmkrebsvorsorge. Da sind die kleinen "Unpässlichkeiten" bei der Darmspiegelung alle paar Jahre sozusagen "Peanuts". Der SWR hat das Thema Darmkrebsvorsorge und Verhütung von Krebsfällen durch Darmspiegelung oder Stuhlprobentests in diesem Artikel an der oben genannten Studie aufbereitet. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) weist in diesem Artikel auf die Ergebnisse der Studie und die Chancen der Vorsorgeuntersuchung hin. Also: Nicht lang schnacken, sondern zupacken und ab zur Vorsorge.
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