Mars-Rover Curiosity findet Vorläufer von DNA-Molekülen

Der seit 2012 im Gale-Krater auf dem Mars forschende Rover Curiosity hat bei Experimenten wohl erstmals die Vorläufer von DNA-Molekülen in Marsgestein nachgewiesen, welches früher feucht war. Das könnte ein Indiz auf früheres Leben auf dem Mars sein.

Am 6. August 2012 gelang es der Weltraumbehörde NASA das Kleinwagen-große Gefährt sicher im Gale-Krater auf dem Mars zu landen. Geplant war eine sogenannte Missionsdauer von mindestens 90 Tagen bis zu 2 Jahren, in denen der Rover mit seinen Instrumenten und Kameras die Umgebung seines Landeplatzes untersuchen sollte. Aber Curiosity hat die geplante Missionsdauer locker überlebt und funktionierte weiter. In einer doch lebens- und technikfeindlichen Umgebung (Staub, Kälte etc., ein Video der Umgebung gibt es hier) unterwegs, hat das Gefährt bis Ende 2025 ausgehalten, dann aber wegen Strommangel wohl seinen Dienst eingestellt (siehe Mars-Rover Curiosity sendet nicht mehr – Batterien sind leer).

Lebensbausteine gefunden

Aber auch nach dem Ende der Forschungstätigkeit des Rovers gibt es ständig neue Veröffentlichungen mit Erkenntnissen, die aus den auf dem Mars gesammelten Daten gewonnen werden. Zum April 2026 ist eine Studie in Natur Communications erschienen, in der mitgeteilt wird, dass ein Experiment auf dem Mars-Rover Curiosity 20 organische Verbindungen im Marsgestein nachgewiesen hat.

Mars-Rover Curiosity

Die NASA hat zum 21. April 2026 im Beitrag NASA's Curiosity Finds Organic Molecules Never Seen Before on Mars auf die neuen Erkenntnisse hingewiesen. Nach jahrelanger Laborarbeit, heißt es von der NASA, liegen nun die Ergebnisse vor. Ein Gesteinsbrocken, den der NASA Marsrover "Curiosity" im Jahr 2020 angebohrt und analysiert hat, enthält die vielfältigste Sammlung organischer Moleküle, die jemals auf dem Roten Planeten gefunden wurde. Von den 21 in der Probe identifizierten kohlenstoffhaltigen Molekülen wurden sieben zum ersten Mal auf dem Mars nachgewiesen.

Die Wissenschaftler können zwar nicht sagen, ob diese organischen Moleküle durch biologische oder geologische Prozesse entstanden sind – beides ist möglich. Doch die Entdeckung dieser Moleküle bestätigt erneut, dass der Mars in der Vergangenheit über die richtigen chemischen Bedingungen verfügte, um Leben zu ermöglichen. Darüber hinaus reihen sich die Moleküle in eine wachsende Liste von Verbindungen ein, von denen bekannt ist, dass sie in Gesteinen erhalten bleiben, selbst nach Milliarden von Jahren der Strahlenbelastung auf dem Mars, die diese Moleküle im Laufe der Zeit zersetzen kann.

Die Gesteinsprobe, die nach einer englischen Fossiliensammlerin und Paläontologin den Spitznamen „Mary Anning 3" erhielt, wurde an einem Teil des Mount Sharp entnommen. Dieser war vor Milliarden von Jahren von Seen und Flüssen bedeckt. Diese Oase entstand und versiegte in der fernen Vergangenheit des Planeten mehrfach, wodurch das Gebiet schließlich mit Tonmineralien angereichert wurde, die organische Verbindungen besonders gut konservieren – kohlenstoffhaltige Moleküle, die die Bausteine des Lebens sind und im gesamten Sonnensystem vorkommen.

Zu den neu identifizierten Molekülen gehört ein Stickstoffheterocyclus, ein Ring aus Kohlenstoffatomen, der Stickstoff enthält. Diese Art von Molekülstruktur gilt als Vorläufer von RNA und DNA, zwei Nukleinsäuren, die für die genetische Information von entscheidender Bedeutung sind.

"Dieser Nachweis ist ziemlich bedeutend, da diese Strukturen chemische Vorläufer komplexerer stickstoffhaltiger Moleküle sein können", sagte die Hauptautorin der Studie, Amy Williams von der University of Florida in Gainesville. "Stickstoffheterocyclen wurden bisher noch nie auf der Marsoberfläche gefunden oder in Marsmeteoriten bestätigt."

Eine weitere spannende Entdeckung war Benzothiophen, ein Kohlenstoff- und Schwefel enthaltendes Molekül, das in vielen Meteoriten gefunden wurde. Einige Wissenschaftler vermuten, dass diese Meteoriten zusammen mit den darin enthaltenen organischen Molekülen die präbiotische Chemie im frühen Sonnensystem angestoßen haben.

Die neue Veröffentlichung ergänzt die Entdeckung der größten organischen Moleküle, die jemals auf dem Mars gefunden wurden: langkettige Kohlenwasserstoffe, darunter Decan, Undecan und Dodecan. Die Ergebnisse sind in einem Artikel detailliert beschrieben, der im April 2026 in Nature Communications veröffentlicht wurde.

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