Wie wurden die großen Pyramiden von Gizeh (Ägypten) errichtet? Seit Jahrhunderten ranken sich Mythen um die Frage, wie die Menschen vor Tausenden von Jahren in der Lage waren, die Bauwerke zu errichten. Jetzt haben ein Wissenschaftler eine neue Theorie vorgestellt.
Die Pyramiden von Gizeh sind nach aktuellem wissenschaftlichem Stand etwa 4.500 Jahre alt und wurden zwischen 2580 und 2500 v. Chr. im Alten Reich Ägyptens erbaut. Als gesichert gilt, dass sie als monumentale Grabmäler für die Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos dienten.
Rampen außen zum Bau
Die Pyramiden bestehen ja auch riesigen Steinblöcken, die aus Steinbrüchen geschlagen und zum Bauort transportiert wurden. Um die Steine von den Steinbrüchen bequem an die Pyramiden zu liefern, wurden Kanäle zum Nil angelegt. Neuere Forschung hat nachgewiesen, dass zur Zeit des Baues der Pyramiden ein inzwischen längst versiegter Nebenfluss des Nils noch auf einem ausreichend hohen Wasserstand (∼40 % seines holozänen Maximums) war. So floss der Khufu-Arm des Nils einst nahe genug an Gizeh vorbei, um die für den Bau der Pyramiden benötigten Steine zu transportieren.
Die Ägypter benutzten Holzschlitten oder Holzrollen, um schwere Steine an höhere Stellen zu transportieren. Für den Bau selber wurden die riesigen Steinblöcke auf hölzerne Rollen geschafft und mit Hilfe von Seilen aus Palmfasern, Gräsern, Papyrus und Flachs auf die Riesenbaurampen von Muskelkraft gezogen. So war mein bisheriger Wissenstand, der auch in der Wikipedia zu finden ist. Diese Riesenrampen wären von außen aufgeschüttet worden, um die Steine gerade zum obigen Plateau beim Bau rollen zu können.
Neue Theorie mit Kantenrampen
Es gibt zahlreiche Theorien, wie die schweren Steine an ihre Lage in der Pyramide geschafft wurden, die in diesem Wikipedia-Artikel angelesen werden können. Auch auf ingenieur.de gibt es diesen Beitrag, der sich mit dem Thema befasst. Die Tage bin ich in diesem Focus-Artikel auf die Theorie gestoßen, die Rampen, die beim Bau der Pyramiden verwendet wurden, aufgreift.
Es gibt ein nettes, mit künstlicher Intelligenz erstelltes, Bild, wie das funktioniert habe. Beim ersten Blick wird aber nicht wirklich klar, wie das funktionieren konnte – die Steingröße eines transportierten Block passt nicht zur Steingröße in der Pyramide und vieles zur Funktion bleibt unklar.
Der Beitrag versucht die Überlegungen, die in dieser in Nature veröffentlichten Studie aufzugreifen. Dort werden verschiedene Überlegungen für ein Rampenmodell, das beim Bau verwendet worden sein könnte, anhand bestimmter Parameter diskutiert. Es läuft darauf hinaus, dass es eine umlaufende, in die Struktur integrierte Rampe an der Kante der Pyramide gab, über die die Steine zur Spitze befördert wurden.

Obiges Bild zeigt, wie sich der Studienautor das vorgestellt hat. In diesem Artikel geht jemand ebenfalls auf verschiedene Methoden zum Bau sowie deren Vor- und Nachteile ein. Ob die Pyramiden auf diese Art gebaut wurden, bleibt aber weiterhin unklar.



Interessant in der Hinsicht, dass man immer noch nicht genau weiß, wie es ging. Und weiterhin Interessant, dass das obere Bild ein Beweis von "die KI ist blöd" ist:
Die Kalkplatten-Abdeckung ist im Bild bereits oben teilweise aufgebracht (so, wie es bei der Chephren-Pyramide immer noch sichtbar ist). Das würde – auch heute noch – keiner so machen, sondern von unten beginnen, ist doch statisch viel einfacher.
Training anhand bestehender Daten, aber kein Denken dahinter…