Ich kenne es seit meiner Jugend: Überall erfährst Du, dass Leute einen "Meniskusanriss" erlitten haben. Dann heißt es "wird operiert". Meniskusoperationen gehören für viele Chirurgen zum "täglichen Berufsleben" – wird ja vergütet. Dabei ist der Nutzen einer solchen Operation oft zweifelhaft und bringt keine Vorteile, schadet eher, wie eine Langzeitstudie über 10 Jahre belegt hat.
Mir ist das Thema die Tage im n-tv-Artikel Verbreiteter chirurgischer Eingriff könnte nutzlos und sogar schädlich sein untergekommen, wobei dieser Beitrag auf einer Veröffentlichung des Orthopäden Teppo Järvinen im "New England Journal of Medicine" zurückgeht. Der britische The Guardian hatte das in diesem Artikel aufgegriffen.

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Die Aussage lautet, dass die arthroskopische Operation am Knie nach einem Meniskusschaden langfristig schlicht keinen Nutzen habe. Für die Studie hat das Forschungsteam insgesamt 146 Patienten und Patientinnen im Alter von 35 bis 65 Jahren aus fünf finnischen Krankenhäusern begleitet. Ein Teil der Gruppe wurde mit einer Meniskus-Operation, ein Teil mit einer Scheinoperation (es wurde nur ein Schnitt durchgeführt, aber nichts am Meniskus gemacht) behandelt.
Zehn Jahre später ergab eine Untersuchung der Patienten mit Meniskusoperation, dass deren Kniegelenkfunktion schlechter als bei den nicht Operierten war. Die Operierten wiesen ein stärkeres Fortschreiten der Arthrose und eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine nachfolgende Knieoperation auf.
Ich habe dann mit bestimmten Stichwörtern recherchiert: Bereits 2013 erschien im Ärzteblatt dieser Beitrag, der praktisch bereits das Gleiche besagte. Dann sprang mir dieser Artikel von 2016 aus der Frankfurter Rundschau bei der Suche entgegen, der ebenfalls auf die Probleme von Knieoperationen hinwies. 2018 ist dieser Artikel mit einer Empfehlung gegen Knieoperationen erschienen. Und 2021 erschien dieser Artikel in einem Physiotherapie-Medium. Fast alle Artikel bezieht sich auf die Studie des Orthopäden Teppo Järvinen – scheint ein Dauerläufer zu sein.

