Die regelmäßigen Beiträge in der Rubrik Musik zum Sonntag habe ja aus Zeit- und Aufwandsgründen 2024 eingestellt. Heute hörte ich mit halbem Ohr im Radio ein Stück, was mir gefiel, aber nicht geläufig war. Kurze Recherche: Es waren die Shocking Blue, die mir mit Venus bekannt waren. Aber die hatten auch das Stück "Never Marry a Railroad Man".
Shocking Blue war eine niederländische Rockband, die 1967 in Den Haag von von Robbie Van Leeuwen gegründet, 1974 aufgelöst und mehrfach neu gebildet wurde. Ihr größter Erfolg war Venus aus dem Jahr 1969. Es war vor allem der Sängerin Mariska Veres (leider an Krebs verstorben) zu verdanken, die der Band den Erfolg brachte.
Allerdings zerbrach die Band wenige Jahre später. Aber die Gruppe hatte einige andere Titel, die selten gespielt werden und an mir vorbei gingen (1969 war ich mit 14 nicht so in den aktuellen Pop-Songs zuhause).
Der Song "Never Marry a Railroad Man" (geschrieben von Robbie van Leeuwen und gesungen von Mariska Veres) ist eine Warnung vor den emotionalen Herausforderungen einer Beziehung mit einem Eisenbahner, dessen Beruf ihn ständig von zu Hause fernhält und der nur seinen Zug im Kopf hat.
Der Titel Never Marry a Railroad Man aus dem Jahr 1970 lässt sich auf YouTube abrufen. Eine TV-Aufzeichnung der Band findet sich hier. Viel Spaß beim Hören und Schwelgen in Erinnerungen, ist für mich der Sound meiner Jugend.
(Plattenspieler mit LP, Quelle: Pexels/Pixabay CC0 Lizenz)
Never marry a railroad man, No, No, No
Der Song hat noch eine kleine persönliche Berührung: Als der Titel 1970 heraus kam, war ich als junger Lehrling (1969-1973) in einem kleinen Elektrobetrieb in einem Eifelörtchen tätig. Es gab einen zweiten Lehrling, ein Jahr älter. Wir beide waren Volksschüler, heute würde man Hauptschulabsolventen dazu sagen. Aber beide Lehrlinge schlugen nach der Gesellenprüfung den zweiten Bildungsweg ein, machten Fachhochschulreife, mussten zur Bundeswehr und absolvierten dann jeweils ein Ingenieurstudium an einer Fachhochschule. Der ein Jahr ältere Kollege studierte Elektrotechnik, ich habe mich für Physikalische Technik entschieden.
Danach kam "das Leben". Ich wusste von Bekannten, dass der "Kollege" als Flugingenieur zur Lufthansa gegangen war. Aber es gab und gibt keinen Kontakt zwischen uns. Und nein, ich bin nicht Eisenbahner geworden. In der ersten Klasse war mein Banknachbar Ferdi Sohn eines Eisenbahners. Sein Vater fuhr die Lok einer Kleinbahn im Ort. Und eines Tages war Ferdi weg – sein Vater war versetzt worden. Lokführer war ab da für mich irgendwie doof. Aber als Sohn eines Landwirts wäre Lokführer (Railwayman) auch nicht das Naheliegende als Beruf gewesen.
Ich bin aber auch nicht Flugingenieur oder Pilot geworden, wie der Lehrlingskollege. Hatte mal mit dem Gedanken einer Bewerbung für die Ausbildung "Flugingenieur" geliebäugelt, mich aber dagegen entschieden. Das Leben hält aber seltsame Zufälle bereit. In den späten 80er Jahren lief ich in der Mittagspause durch Frankfurt-Höchst, als mir der frühere Lehrlingskollege mit seiner Frau an einer Straßenecke über den Weg lief. Seine Frau, zufällig eine meiner 6-Wochen-Kurzzeitbekanntschaften vom Nachbardorf, schilderte bei diesem Treffen in Frankfurt "ihr Leid" – die "ständige Abwesenheit" des Ehemannes und Familienvaters. Und wie sie während seiner Umschulung zum Piloten und später ständig "hinterher telefoniert habe", wo der Ehemann gerade in der Welt abgestiegen war.
Ironie der Geschichte: Der Kollege landete zuerst als Flugingenieur im Cockpit, während ich als Ingenieur kurz darauf im Flugzeugbau anheuerte. Bei Airbus wurde der 3. Mann als Flugingenieur im Cockpit weg rationalisiert. Der Bekannte schulte darauf hin bei der Lufthansa auf Pilot um, während ich die Luft- und Raumfahrtindustrie nach weniger als zwei Jahren desillusioniert verließ und nach einem Schlenker in der Chemie-Industrie als IT-Autor und Blogger gelandet bin. Seid 1993 (werden im Oktober 2026 bereits 33 Jahre), arbeite ich als Schriftsteller von zuhause. "Dienst-" Reisen habe ich immer gehasst.
Im Sinne von "Never marry a railroad man" gibt es die andere Seite. Meine Frau wurde zu Beginn meiner Freiberuflichkeit von Bekannten immer gefragt "wie hält man es aus, wenn der Mann immer zuhause ist". Na ja, ich hab sie halbtags arbeiten geschickt – Win-Win-Situation für alle.
Heute ist der oben erwähnte Kollege längst in Rente, und auch meine Frau ist seit März 2021 im Ruhestand. Ich ging am gleichen Tag wie meine Frau in den "Unruhestand" (die Story hatte ich im Beitrag Ich Pseudo-Rentner … aufgegriffen), und schreibe weiterhin dieses Internet mit unsinnigen Geschichten wie diese voll.
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erinnere mich auch noch an diese Stücke. Aber es sollten die "S" vom blues entfernt werden.
Grossartige Band, mit grossartiger Sängerin. Ich schwelge …