Das klingt nicht gut, was eine investigative Recherche des WDR gerade zu Tage gefördert hat. Krankenkassen sind notorisch klamm, und dann verlieren einige Gelder der Versicherten in obskuren Immobilienfonds.
Ich hatte es gestern bereits kurz im Radio gehört, bin dann aber auf den folgenden Beitrag der Tagesschau gestoßen.
Nach Recherchen von NDR, WDR und SZ haben mindestens 17 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen Beitragsgelder in fragwürdige Immobilienfonds investiert. Im Artikel wird erläutert, dass die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KV) Gelder der gesetzlich Krankenversicherten an Ärzte verteilt. Wird nicht alles sofort verteilt, darf die KV die Betriebsmittel, Rücklagen und das Verwaltungsvermögen am Finanzmarkt anlegen. Allerdings möglichst konservativ und risikoarm – so, "dass ein Verlust ausgeschlossen erscheint". So steht es im Sozialgesetzbuch IV, an das sich die KVen und Krankenkassen halten müssen.
Nun wurde durch eine Klage bekannt, dass die KV BW wohl, wie einige Krankenkassen, Gelder in einen dubiosen Immobilienfond gesteckt hat. Der Klage zufolge hat die KV Baden-Württemberg (KVBW) zwischen 2019 und 2022 insgesamt 50 Millionen Euro über ein spezielles Finanzprodukt in die Verius-Immobilienfonds investiert. Laut der Klageschrift, sind "96,3 Prozent der investierten Anlagegelder" verloren.
Die Recherchen von NDR, WDR und SZ haben ergeben, dass nicht nur die KV betroffen ist. Insgesamt 17 Krankenkassen sind mit von der Partie und scheinen Millionen an Euro zu verlieren. Die weiteren Details und die Summen, um die es geht, sind im Tagesschau-Beitrag genannt.



Die Berichte über Anlageskandale im Immobiliensektor häufen sich in letzter Zeit.
So hat z. B. die Bayerische Versorgungskammer seinerzeit durch riskante Immobiliengeschäfte ca. 700 Millionen Euro verzockt.
Siehe:
https://www.focus.de/finanzen/700-millionen-euro-weg-bayerische-versorgungskammer-verzockt-renten_7bf28fbb-2811-40e8-827d-5d71bed5c974.html
(Quelle: FOCUS Online vom 14.01.2026)