Vor etwa 66 Millionen Jahren traf ein Asteroid die Erde in der Gegend von Mexiko und bewirkte das Aussterben der Dinosaurier und viele weitere Tierarten aus. Jetzt hat man den Typ des Asteroiden identifiziert – ein besonders seltener Typ – die Dinosaurier hatten extremes Pech.
Vor etwa 66 Millionen Jahren traf ein Asteroid von ca. 10 km Durchmesser die Erde in der Gegend von Mexiko und erzeugte den Chicxulub-Krater. Inzwischen gilt als gesichert, dass dieser Asteroid der "Dino-Killer" war, denn infolge dieses Einschlags starben die Dinosaurier und viele weitere Tierarten aus. Ich hatte hier im Blog in den Beiträgen Asteroid für Aussterben der Dinos verantwortlich und Fisch-Fossil als Zeuge des Dinokillers vor 66 Millionen Jahren über diese Erkenntnisse berichtet.
Erkenntnisse über den Typ des Asteroiden
Forscher der University of Colombia glauben, den Meteoriten-Typ identifiziert zu haben, der das Massenaussterben an der Kreide-Paläogen-Grenze ausgelöst hat. Laut dieser Mitteilung handelt es sich um einen seltenen CO-Chondrit-Meteorit.
"Kohlenstoffhaltige Chondrite der Ornans-Klasse unterscheiden sich deutlich von den typischen Meteoriten, die man in Museumssammlungen findet", sagt Dr. Philippe Claeys, der als Gastprofessor an der UBC an der Studie mitgearbeitet hat.
"Ein CO enthält viel weniger flüchtige Elemente – wie Kohlenstoff, Zink, Wasser und insbesondere Schwefel – als andere Meteoritenklassen, die wir bisher auf der Erde entdeckt haben. Das ändert zwar nichts an unserer Theorie darüber, was das Massensterben ausgelöst hat – aber es macht es weniger wahrscheinlich, dass der im Impaktor enthaltene Schwefel der entscheidende Auslöser war. Die feinen Trümmer, die in die Atmosphäre geschleudert wurden, dürften der Hauptfaktor gewesen sein."
Forscher des Institut de Physique du Globe und der Université de Paris führten dazu hochpräzise Nickel-Isotopenmessungen an Proben durch, die über Jahre hinweg aus einer dünnen Tonschicht entnommen wurden, die durch den Einschlag weltweit entstanden war.
"Das ist eine anspruchsvolle Arbeit", fügt Dr. Claeys hinzu, Professor an der Vrije Universiteit Brussel, der derzeit am Pacific Centre for Isotopic and Geochemical Research im Fachbereich Earth, Ocean and Atmospheric Sciences der UBC zu Gast ist. "Nur ein winziger Bruchteil des Projektils ist in der KT-Tonschicht des Planeten erhalten geblieben, da der gesamte Meteorit beim Aufprall verdampfte."
Viele Fragen zum Ursprung des Meteoriten bleiben offen. Mögliche Quellen sind entfernte, trümmerreiche Regionen des äußeren Sonnensystems oder sogar der äußere Bereich des Asteroidengürtels in der Nähe des Jupiter.
Kohlenstoffhaltige Chondrite machen nur fünf Prozent der bisher auf der Erde gesammelten Meteoriten aus. Kohlenstoffhaltige Chondrite der Ornans-Klasse – sogenannte CO-Chondrite – bilden einen winzigen Bruchteil dieser Gruppe. Sie gehören zu den primitivsten und unberührtesten Materialien im Sonnensystem.
"Der Einschlag eines solch seltenen, weit entfernten Projektils macht wirklich deutlich, wie viel Pech die Dinosaurier hatten", sagt Dr. Claeys. Pech ist allerdings relativ, denn für die Dinosaurier war es egal, ob ein seltener oder häufiger vorkommender Meteoritentyp eingeschlagen ist. Das Ergebnis bleibt das Gleiche. Die Kollegen von heise hatten die Erkenntnisse vor einigen Tagen in diesem Artikel aufgegriffen.
Staub in der Atmosphäre erhitzte die Erde
n-tv fügt in diesem Artikel noch eine weitere Nuance hinzu. Die Theorie lautet, dass der durch den Einschlag in die Atmosphäre geschleuderte Staub als Isolierschicht gewirkt hat. Dadurch wurde verhindert, dass Wärmestrahlung ins All entweichen konnte. Die Temperaturen auf der Erde stiegen auf kritische Werte. Als die Zündschwelle für leicht entzündliches Material wie Gras, Flechten und Kiefernnadeln weltweit deutlich überschritten wurde, kam es zu Bränden.
Zumindest für das Leben an Land sei daher schon der Einschlag selbst der entscheidende Todesstoß gewesen, schließt das Team um Brandon Johnson von der Purdue University in West Lafayette im US-Bundesstaat Indiana. Weltweit Flächenbrände ließen alle Tiere verenden, die sich nicht in Höhlen oder seichten Gewässern schützen konnten.
"Wir befinden uns in einem Bereich, in dem wir im Grunde alles innerhalb dieser ersten ein oder zwei Stunden auslöschen könnten", zitiert n-tv Johnson. Unklar sei noch, wie gleichmäßig die Folgen weltweit waren, heißt es. Bisher stammen besonders starke Hinweise auf Brände während des Aussterbens demnach vor allem aus Nordamerika.
Nach den Bränden folgte später womöglich eine Kältephase, verursacht durch den Reststaub in der Atmosphäre, die überlebenden Pflanzen und Tieren weiter zusetzten. Das Massensterben vor 66 Millionen Jahren war das Ergebnis.
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