Seit dem 30.7. leben wir ökologisch weltweit "auf Pump"

Die Tage habe ich mehrere Meldungen gelesen, die die Ressourcenbelastung der Erde durch den Menschen thematisieren. Die Kernbotschaft lautet, dass wir 1,7 Erden bräuchten, um den Ressourcenverbrauch der Menschheit zu decken. Ab dem 30. Juli 2026 sind die (sich jeweils erneuernden Ressourcen) der Erde für dieses Jahr aufgebraucht.

Ich bin erstmals bei heise auf das Thema gestoßen, aber ein weiterer Beitrag ist mir auf n-tv untergekommen. Der Kern beider Artikel ist, dass die Erde jährlich nur eine bestimmte Menge an Ressource bereitstellen kann und diese dann pro Jahr erneuert. Es geht um Ackerflächen und Weideland, Fischgründe und Wald, die so genutzt werden, dass die Ressourcen nicht überlastet, sondern über lange Zeit zur Verfügung stehen. Es geht auch um die Menge an CO2, die Wald und Meer pro Jahr aufnehmen können. Derzeit ist es so, dass man rechnerisch 1,7 Erden bräuchte, um den sich jährlich möglichen, da sich erneuernden, Ressourcenverbrauch der Menschheit zu decken.

Die Organisation Global Footprint Network errechnet den "Erdüberlastungstag", der festlegt, ab wann die Menschheit ökologisch betrachtet auf Pump lebt, jedes Jahr neu. In den 1970er Jahren lag dieser sogenannte "Erdüberlastungstag" noch im Dezember des jeweiligen Jahres, d.h. die Menschheit kam mit den Ressource fast aus. Seit dieser Zeit hat sich das Datum, ab dem die rechnerischen Ressourcen des Planeten für ein Jahr erschöpft sind, immer weiter nach vorne, auf die Mitte des Jahres verschoben.

2025 lag der Erdüberlastungstag auf dem 24. Juli. Die Verschiebung geht laut WWF überwiegend auf aktualisierte Daten zurück und nicht darauf, dass die Menschheit nachhaltiger lebt. "Dass der Erdüberlastungstag dieses Jahr sechs Tage später liegt als 2025, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin deutlich über die ökologischen Grenzen unseres Planeten hinaus wirtschaften", erklärte Björn Schulz, Experte für Kreislaufwirtschaft beim WWF Deutschland. "Tatsächlich wächst die Lücke zwischen dem hohen Ressourcenverbrauch der Menschheit und der Regenerationsfähigkeit der Erde weiter."

Wenn Deutschland als Maß für den Ressourcenverbrauch der Welt genommen worden wäre, wäre der Erdüberlastungstag bereits am 10. Mai gewesen. Laut Global Footprint Network wären der mit Abstand größte Faktor zur Korrektur die CO2-Emissionen mit 60 Prozent. Mögliche Maßnahmen, um den Erdüberlastungstag in Richtung Dezember zu verschieben wären laut Global Footprint Network:

  • CO2-Preis erhöhen: 63 Tage
  • 75 Prozent des Stroms kommen aus CO2-armen Quellen (jetzt: 39 Prozent des Stroms): 26 Tage
  • Autofahrten um 50 Prozent verringern: 13 Tage
  • Halb so viel Fleisch konsumieren: 17 Tage
  • Verschwendung von Lebensmitteln halbieren: 13 Tage
  • 350 Millionen Hektar Wald wieder aufforsten: 8 Tage
  • Flugreisen zu touristischen Zielen halbieren: 1 Tag

Auch wenn die Daten nicht ganz präzise sind, lässt sich die Richtung erkennen und es gäbe Möglichkeiten, die CO2-Emissionen und so den Ressourcenverbrauch der Erde zu reduzieren. Es liegt auch an jedem Einzelnen, wie groß der ökologische Fußabdruck ist, den man innerhalb eines Jahres hinterlässt. Die Folgen spüren wir schon jetzt und diese werden unsere Kinder und Enkel belasten.

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Ein Kommentar zu Seit dem 30.7. leben wir ökologisch weltweit "auf Pump"

  1. Bernie sagt:

    Ist jetzt aber nichts neues und ich habe das schon vor über 40 Jahren zu meiner Jugendzeit gelesen, seitdem keine Änderung und die Prognosen von damals sind nach wie vor zutreffend.

    Bekannte Beispiele für Bücher von "damals", siehe:

    "Die Grenzen des Wachstums", Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit (wurde 1972 veröffentlicht)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums

    "So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen" von Hoimar von Ditfurth (wurde 1985 veröffentlicht)
    https://de.wikipedia.org/wiki/So_la%C3%9Ft_uns_denn_ein_Apfelb%C3%A4umchen_pflanzen#Der_Tod

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