Wer im Internet nach Festgeldangeboten sucht, sollte vorsichtig sein, rät die Verbraucherzentrale Hamburg. Immer wieder stoßen Verbrauche auf Webseiten von vermeintlichen Vergleichsportalen, die sich als professionell gestaltete Fälschungen entpuppen. Das Ersparte ist dann in Gefahr.
Die Betrüger verwenden für die gefälschten Webseiten seriös klingende Namen, wie zum Beispiel festgeld-finder[.]de, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg in dieser Warnung. Die Unternehmensangaben im Impressum existieren wirklich, wurden aber von anderen Firmen oder Personen gestohlen. Die Namen stammen aus offiziellen Registern, sogar die Veröffentlichungen im Unternehmensregister der Bafin und die Registernummern (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) wurden schon für Fake-Angebote missbraucht.
Wie erkenne ich gefakte Internetseiten?
Die Betrüger erfinden einen Internetauftritt unter dem gestohlenen Namen, der sich von einer seriösen Internetseite nur bei genauem Hinsehen unterscheidet. Das Impressum gleicht dem einer seriösen Finanzseite. Selbst die Adresse endet mit dem Länderkürzel .de. Hier hilft nur Augen auf und möglichst Abstand von unbekannten Seiten halten, die angeblich Vergleiche von Festgeldangeboten bereitstellen. Wer sich täuschen lässt, kommuniziert nicht etwa mit einer seriösen Bank, sondern mit Betrügern und wird von ihnen mit attraktiven Festgeldangeboten zu einer Zahlung verleitet.
Wie kann ich mich schützen?
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die nachfolgenden Punkte veröffentlicht, die eine grobe Orientierung geben:
- Folgen Sie nie einem Link zu einer Geldanlage, sondern rufen Sie die offizielle Website des Anbieters auf und suchen Sie dort nach dem Angebot.
- Checken Sie mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen, ob die Vergleichsseite echt ist. Er ist zwar eigentlich nicht für Anbieter von Finanzdienstleistungen konzipiert, gibt aber wertvolle Hinweise.
- Nehmen Sie Kontakt zur Bank oder zum Anbieter auf, bevor Sie eine Vereinbarung unterzeichnen und erfragen Sie die Richtigkeit des Angebots. Wichtig: Verwenden Sie dabei die Kontaktdaten (Telefon, E-Mail, Anschrift) der offiziellen Website.
- Prüfen Sie den Namen des Anbieters durch eine kritische Abfrage im Internet. Gibt es bereits Berichte über Betrug unter diesem Namen? Was ergibt eine „Who-is-Abfrage?" Wie lange ist der Anbieter bereits unter dieser Domain angemeldet? Die letztgenannten Punkte sind aber für unerfahrene Nutzer eher schwierig zu werten.
- Eine Kontoeröffnung erfordert immer eine Legitimationsprüfung über Video-Ident oder Post-Ident. Es ist verdächtig, wenn der Anbieter von Ihnen lediglich eine Ausweiskopie verlangt.
- Prüfen Sie die IBAN, an die Sie das Geld überweisen sollen. Läuft das Konto auf Ihren Namen oder den Namen eines Dritten? Beginnt die IBAN mit der richtigen Länderkennung (etwa DE bei einer deutschen Bank)? Weist Ihre Bank auf Unstimmigkeiten zwischen Kontonummer und Kontoinhaber hin?
Schließlich gibt es noch einen Punkt: Ist der versprochene Zins eigentlich zu attraktiv, um echt zu sein? Es sind also viele Hinweise, die man prüfen könnte, bevor man sein Geld irgendwo hin transferiert. Und auch so manche Bank hat sich schon mal als "Wind-Ei" entpuppt. Auf Focus Online hat sich kürzlich Prof. Dennis Kipker in diesem Artikel über diese Fake-Masche ausgelassen und einige Informationen gegeben.
Wenn doch etwas passiert ist
Wer auf Betrüger hereingefallen ist, sollte schnell handeln und unverzüglich Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Die Verbraucherzentrale rät zudem: Kontaktieren Sie alle beteiligten Banken, also Ihre eigene Bank und die Empfängerbank, und benennen Sie das Konto und den Betrug. Sofern das Geld noch nicht auf Drittkonten transferiert oder bar abgehoben wurde, kann die Bank die Auszahlung stoppen.

