Es klingt nach einem wahnwitzigen Projekt: Spätestens bis zum 2029 soll eine kleine Raumsonde zum 4,4 Lichtjahre entfernten Nachbarstern Alpha-Centauri (im Grunde ist es ein Dreifachsystem, bestehend aus Alpha Centauri A, Alpha Centauri B und Proxima Centauri) starten. Die Flugbahn wurde künstliche Intelligenz berechnet – die Mission soll privat finanziert werden und nur 15 Millionen US-Dollar kosten.
Ich bin die Tage über nachfolgenden Post von MIT Technology Review (MIT steht für Massachusetts Institute of Technology, eine weltberühmte private Forschungsuniversität in Cambridge, Massachusetts, USA) gestoßen.
Die Fermi Explorer Mission ist eine privat finanzierte Initiative, die bis Ende 2029 ein mindestens ein Kilogramm schweres Raumschiff mit wissenschaftlichen und kulturellen Nutzlasten zum 4,4 Lichtjahre entfernten Alpha-Centauri-System starten will.
Eine KI namens Get Physics Done hat in nur drei Tagen eine neuartige Trajektorie mit sonnennahen Umläufen und Motorzündungen, die solare Energie maximiert und auf teure Laserantriebe verzichtet entdeckt. Vorher hatten Menschen ein Jahr erfolglos nach einer solchen Bahn gesucht.
Die Mission zielt darauf ab, das Fermi-Paradoxon zu beleuchten, birgt aber Herausforderungen wie eine mögliche Reisezeit von bis zu 80.000 Jahren und begrenzte KI-Urteilsfähigkeit bei komplexen physikalischen Problemen. Generell stellt sich für mich aber die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Denn es gilt: Eine Sonde von ca. 100 kg Gewicht und einer "Nutzlast" von 1 kg wird 12 Jahre auf Flugbahnen um die Sonne abschließend in Richtung Alpha Centauri beschleunigt. Funkkontakt mit der Sonde nach dem Einschießen auf die finale Flugbahn: Null. Daten während der Reise sammeln: Fehlanzeige. Ein Haufen Schrott fliegt in vielen Jahren aus unserem Sonnensystem – mehr nicht. Vielleicht ist der Gig des Ganzen, dass ich genügend Spender finden, die ihren Namen mit der Sonde auf die Reise schicken wollen.
Die Mission ist in diesem englischsprachigen PDF-Dokument detaillierter beschrieben. Die Redaktion von heise hat zum 2. September 2026, der Tag, an dem mir das obige Thema untergekommen ist, weitere Details in diesem deutschsprachigen Beitrag veröffentlicht. Ein weiterer, ausführlicherer Bericht findet sich zudem bei Golem.


