Die Schweiz und die 2.000 vergrabenen Unterhosen

Andere Länder, andere Sitten. In der Schweiz wurden Zweitausend Unterhosen in der Erde vergraben. Dann hat man nach einiger Zeit nachgeschaut, was aus der Unterwäsche so geworden ist.

Vor fünf Jahren forderten die Universität Zürich und Agroscope 1.000 Freiwillige auf, mehr als 2.000 Unterhosen aus Baumwolle an verschiedenen Stellen in der Schweiz in der Erde zu vergraben. Ziel des Projekts war es, zu beobachten, wie schnell sich die Unterhosen zersetzen.

Vergrabene Unterhosen aus der Schweiz

Nach fünf Jahren liegen nun die Ergebnisse des Experiments vor, wie die Universität Zürich in dieser Mitteilung offen gelegt hat. Die Art der Landnutzung erwies sich als der wichtigste Faktor für die Zersetzung der Unterhosen. Ob ein Standort als Garten, Wiese, Acker oder Rasen genutzt wurde, erklärte die Unterschiede besser als die meisten gemessenen Bodeneigenschaften. Eine weitere wichtige Rolle spielten chemische Bodeneigenschaften, wie der Gehalt an Nährstoffen.

Die Resultate zeigen zudem, dass ein starker Unterhosenabbau häufig auf eine hohe Bodenfruchtbarkeit und eine gute Nährstoffversorgung hindeutet. Dies ist insbesondere für die landwirtschaftliche Produktion von Vorteil. «Ein maximaler Abbau ist aber nicht in jedem Ökosystem wünschenswert», sagt Franz Bender, Teamleiter für Agrarökologische Bewertungen bei Agroscope und Co-Projektleiter.

«In naturnahen Lebensräumen wie Wäldern können sehr hohe Nährstoffgehalte auf Störungen des natürlichen Nährstoffhaushalts hinweisen. Auch in Gärten kann ein starker Unterhosenabbau auf eine Überversorgung mit Nährstoffen hindeuten», so Bender. In solchen Fällen lohnt es sich zu überprüfen, ob die Düngung reduziert werden sollte. Hinzu kommt, dass die biologische Aktivität im Boden stark von Temperatur und Bodenfeuchtigkeit abhängig ist: Ist es zu kalt oder zu trocken, ist der Boden kaum aktiv.

Hätte ich mir nicht träumen lassen, dass man über vergrabene Unterhosen die Umwelt erfassen und bewerten kann. Weitere Informationen über das Projekt finden sich in diesem Artikel von Agroscope.

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