Muskelkraft im Alter und das Sterberisiko

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Sarkopenie ist ein Punkt, der von Ärzten zur Beurteilung der Gesundheit von älteren Patienten und Patientinnen herangezogen wird. Einfache Tests wie aufstehen von einem Stuhl liefert dort bereits Aussagen. Aber lässt die Muskelkraft im Alter eine Aussage über das Sterberisiko zu? Genau das besagt eine US-Studie aus Boston, die eine Gruppe von 5.000 Frauen untersucht haben.

Sarkopenie im Alter

Ärzte verwenden den Begriff der Sarkopenie für den altersbedingten Abbau der Skelettmuskulatur. Durch diesen Muskelschwund nimmt die Bewegungsfähigkeit ab und die Sturzgefahr zu. Wer kaum noch von einem Stuhl selbständig aufstehen kann, hat ein höheres Sturzrisiko und verliert seine Selbständigkeit im Alltag.

Dieser durch Verschleiß und Alterserscheinungen entstehende Verlust von Skelettmuskulatur lässt sich nie verhindern, aber verringern. Chronische Krankheiten (z.B. an Herz, Niere), Bewegungsmangel oder die Einnahme von Medikamenten (z.B. Kortison) können Sarkopenie begünstigen. Gezieltes Krafttraining (z.B. im Rahmen einer Physiotherapie) kann zu einer Besserung führen. Ausgewogene, dem Alter angepasste Ernährung ist ebenfalls hilfreich, um wieder zu Kräften zu gelangen.

Senioren im Park
(Quelle: Pexels Noelle Otto Pexels Lizenz)

Persönlich sehe ich es in meinem Umfeld, beim Sport oder bei untrainierten Personen in der Nachbarschaft. Während in der Nachbarschaft Menschen zwischen 70 und 80 Jahren extreme Schwierigkeiten beim Gehen zeigen, sieht es in meinen Sportgruppen gänzlich anders aus. Dort nehmen über 80 jährige teil und sind teilweise noch extrem gelenkig (auf einem Bein stehen etc.). Ich habe diesen Personenkreis dann immer als Vorbild, um in 10 Jahren noch so fit zu sein.

Muskelkraft und Sterberisiko

Die Muskelkraft im Alter ist ein wichtiger Resilienzmarker, der für die Aufrechterhaltung der funktionellen Unabhängigkeit und der Langlebigkeit relevant ist. Um gesund zu altern, braucht man eine bestimmte Muskelkraft. Aber lässt sich anhand der Muskelkraft auf das Sterberisiko schließen und welche Untersuchungen sind eventuell erforderlich?

Die Tage bin ich über diesen Focus-Artikel auf die Aussagen der Studie aus Boston zum Zusammenhang von Muskelkraft und Sterberisiko gestoßen, die ich interessant fand. In der Kohortenstudie wurden 5.472 Frauen im Alter von 63 bis 99 Jahren im Hinblick auf die Muskelkraft und die Korrelation mit dem Sterberisiko untersucht.

Der Studienbeginn war März 2012 bis April 2014, und das Studienende war am 19. Februar 2023. Die Teilnehmerinnen waren gehfähige Frauen im Alter von 63 bis 99 Jahren, die einen körperlichen Leistungstest absolvierten und 7 Tage lang ein Beschleunigungsmessgerät trugen.

Dabei stellte sich im Rahmen der Studie heraus, dass zwei gängige Krafttests mit einem signifikant geringeren Sterberisiko verbunden waren, auch, nachdem soziodemografische und klinische Merkmale, die mit einem Beschleunigungsmesser gemessene körperliche Aktivität und sitzende Tätigkeiten sowie der zeitlich gemessene Gehtest berücksichtigt worden waren.

Muskelkraft war selbst bei Frauen, die die in den Leitlinien empfohlenen Aktivitätsniveaus nicht erreichten, mit einer geringeren Sterblichkeit verbunden. Die Tests waren dabei relativ einfach:

  • Wie steht es um die Griffkraft der Hände?
  • Wie steht es um die Fähigkeit, mehrfach zügig von einem Stuhl aufzustehen?

Frauen mit höherer Muskelkraft besaßen ein deutlich geringeres Sterberisiko als Teilnehmerinnen mit schwachen Muskeln. Schon eine Verbesserung der Griffkraft um etwa sieben Kilogramm war mit einer durchschnittlich zwölf Prozent niedrigeren Sterblichkeit verbunden, heißt es.

Das Ganze ist keine "Raketenwissenschaft": Wenn ich mich noch gut und sicher bewegen kann, weil ich fit bin, dürfte sich dies auf die Aktivitäten auswirken. Man bewegt sich mehr und trainiert so das Herz-Kreislauf-System, was wiederum Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Treppensteigen, vom Stuhl aufstehen, sicher im Haus, Garten oder im Alltag unterwegs zu sein, hilft nicht nur unabhängig zu bleiben, sondern schützt auch vor Stürzen und Unfällen. Es hängt also alles mit allem zusammen.

Fitness-Gegenstände im Wohnzimmer
Fitness-Gegenstände im Wohnzimmer

Für mich persönlich bedeutet das, auch weiterhin wöchentlich vier Mal je eine Stunde Sport im Verein zum Muskelaufbau und Bewegungstraining zu absolvieren – jedenfalls solange ich es noch kann. Denn dummerweise fallen die Kurse auf zwei Tage, so dass ich am frühen Morgen und am späteren Nachmittag oder frühen Abend antreten darf. Zudem versuche ich im Wohnzimmer über diverse Gegenstände (Handeln, Fitnessbänder, TOGU® Brasil®) die Muskulatur und Fitness zu erhalten bzw. zu verbessern.

Und wenn es dann irgendwann mit der Fitness für diese Kurse nicht mehr reicht, werde ich reduzieren und irgendwann auch in die Hocker-Gymnastik-Gruppe gehen. Aber das hat hoffentlich noch 10 Jahre und länger Zeit.

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