Kleines Malheur auf dem Mars. Als ein Marsrover einen Stein für eine Probennahme anbohrte, blieb der Bohrer beim Zurückziehen stecken und der Stein kam mit. Da kannst Du nicht schnell mal einen Handwerke hin schicken, um das Problem zu lösen.
Stell dir vor, Du bohrst irgendwo einen Stein an, und plötzlich frisst sich der Bohrer fest. Und beim Versuch, den Bohrer zurückzuziehen, kommt der Stein mit. Kann passieren und dann musst Du schauen, wie Du den Bohrer wieder frei bekommst. Habe ich als Handwerke häufiger gehabt und manchmal geflucht, bis der Bohrer wieder frei wurde.
Der US-Rover Curiosity war seit seiner Landung am 6, August 2012 im Gale Crater auf dem Mars unterwegs, war zwischenzeitlich aber ausgefallen und tot (siehe Mars-Rover Curiosity sendet nicht mehr – Batterien sind leer). Aber der Rover funktioniert wohl wieder seit Anfang 2026, nachdem die Sonne wieder stärker scheint.
Der Forschungsroboter von den Ausmaßen eines Kleinwagens hat auch einen Roboterarm, an dem ein Bohrer angebracht war. Damit lassen sich Felsen anbohren, um Proben zu nehmen und zu analysieren.

Im letzten Blog-Beitrag Mars-Rover Curiosity findet Vorläufer von DNA-Molekülen hatte ich obiges Bild eingebunden, welches einen Felsen auf dem Mars zeigt, der mit dem Arm untersucht wird. An einigen Stellen, die mit gelben Pfeilen markiert sind, erkennt man Bohrlöcher.
Am 5. Mai 2026 hat die NASA den Artikel NASA's Curiosity Rover Frees Its Drill From a Rock veröffentlicht, der ein Drama beschreibt, was sich am 25. April 2026 auf dem Mars abspielte. An diesem Tag bohrte Curiosity mit dem Roboterarm einen Gesteinsbrocken mit dem Spitznamen "Atacama" an, um eine Probe zu nehmen. Der Gesteinsbrocken hat an seiner Basis einen Durchmesser von schätzungsweise 45 Zentimetern und weist eine Dicke von 15 Zentimetern auf. Der Stein dürfte etwa 13 Kilogramm wiegen, schätzt die NASA.

Felsen an Roboterarm, Quelle: NASA
Als der Rover seinen Arm mit dem Bohrer zurückzog, hob sich der gesamte Gesteinsbrocken aus dem Boden und hing an der festen Hülse, die den rotierenden Bohrer umgibt. Bohrungen haben in der Vergangenheit zwar schon die oberen Gesteinsschichten aufgebrochen oder abgetrennt, aber noch nie ist ein Gesteinsbrocken an der Bohrhülse hängen geblieben, schreibt die NASA.
Da war guter Rat teuer, denn wie bekommst Du den Stein wieder los und den Bohrer wieder frei? Das Team versuchte zunächst, den Bohrer über Anweisungen an den Rover vibrieren zu lassen, um den Gesteinsbrocken abzuschütteln. Je nach Entfernung Erde Mars braucht alleine ein Funksignal zwischen 3 und 20 Minuten in eine Richtung. Aber der Ansatz brachte jedoch keine Veränderung.
Dann, am 29. April, versuchte das Team den Roboterarm von Curiosity neu auszurichten und den Bohrer erneut vibrieren zu lassen. Die Bilder im GIF zeigen, wie Sand von Atacama herunterfällt, doch der Felsbrocken blieb am Rover hängen.
Schließlich versuchte das Curiosity-Team am 1. Mai erneut, den Bohrer stärker zu neigen, ihn zu drehen und zu vibrieren sowie den Bohrmeißel zu drehen. Das Team hatte vor, diese Aktionen mehrmals durchzuführen, doch der Felsbrocken löste sich bereits beim ersten Durchgang und zerbrach beim Aufprall auf den Boden.
Im Artikel NASA's Curiosity Rover Frees Its Drill From a Rock hat die NASA eine Reihe GIF-Bilder, die diese Bewegungen zeigen. War schon ein Abenteuer, den verklemmten Bohrer über diese Entfernung wieder frei zu bekommen.
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