Hohe Kraftstoffpreise und Fördermaßnahmen treiben die Elektromobilität in Deutschland weiter voran. Die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen steigen. Problem ist aber die Ladeinfrastruktur. Mittlerweile kommen rechnerisch rund zehn E-Fahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt. Besonders in Städten konkurrieren somit immer mehr E-Fahrzeuge um dieselben wenigen Stellflächen.
Persönlich bin ich noch auf einem bald 11 Jahre alten Verbrenner unterwegs und möchte das "Schätzchen" noch möglichst lange fahren (da es noch nicht mit Warnfunktionen, die ständig bimmeln oder piepen, Touch-Bildschirm und weiterem Schnickschnack überladen ist). Wenn aber der Abschied kommen sollte, wird das nächste Auto ein E-Fahrzeug. Dann kommt eine Wallbox ins Haus und ich kann über die Solaranlage elektrisch laden.
Zum Problem wird das E-Fahrzeug aber, wenn man unterwegs ist und schnell mal nachladen will. Oder man ist Fahrzeugbesitzer ohne Lademöglichkeit im Büro oder Zuhause. Dann ist man auf öffentliche Ladepunkte angewiesen. Ärgerlich, wenn die Ladesäule kaputt ist, mit den Ladekarten oder dem Stecker am E-Auto nicht funktioniert, oder durch ein anderes Auto belegt ist.
Viele Kommunen und Betreiber solcher Ladesäulen stehen deshalb vor einem praktischen Problem: Ladeplätze sind zwar vorhanden, werden aber häufig blockiert oder nicht effizient genutzt. Besonders betroffen sind Standorte mit hoher Kundenfrequenz. Dort bleiben Fahrzeuge nach dem Laden oft über Stunden stehen, während andere Fahrer keinen Ladeplatz mehr finden. Hinzu kommen fehlende Informationen zu Verfügbarkeit, Tarifen oder Nutzungsdauer.
"Viele Betreiber wissen gar nicht, wie ihre Ladeflächen tatsächlich genutzt werden", erläutert Mario Feghali von Avantpark. Er wirbt für digitale Parkraumsysteme, die Ein- und Ausfahrten per Kennzeichenerkennung erfassen und Parkdaten in Echtzeit bereitstellen. Betreiber sehen so Auslastung, Parkdauer und Nutzung einzelner Ladeplätze. "Ohne digitale Steuerung wird sich der steigende Druck auf öffentliche Ladeflächen langfristig kaum bewältigen lassen", warnt der Experte.
Ladeflächen werden zum Konkurrenzraum
In einer Information schreibt Mario Feghali von Avantpark, dass zwar viele Ladepunkte zur Verfügung ständen. In der Praxis seien diese jedoch häufig blockiert, falsch genutzt oder nach abgeschlossenem Ladevorgang weiter belegt. Besonders betroffen sind hochfrequentierte Standorte in Innenstädten, bei Supermärkten und Einkaufszentren oder in Parkhäusern. Dort treffen kurze Ladezyklen auf lange Standzeiten, was zu einer sinkenden Verfügbarkeit für nachfolgende Nutzer führt.
Hinzu komme ein strukturelles Transparenzdefizit auf Betreiberseite. Viele Kommunen und Betreiber verfügen nur eingeschränkt über Daten zur tatsächlichen Auslastung einzelner Ladeflächen. Dadurch bleibt unklar, wie häufig Ladeplätze zweckwidrig genutzt werden oder zu welchen Zeiten es regelmäßig zu Engpässen kommt.
Wie ist eure Erfahrung als Fahrer eines Elektroautos? Klappt das mit dem öffentlichen Laden problemlos, oder ist das ein ständiges Ärgernis?


Willst Du Dir das mit dem E-Auto bzw. Neuwagen wirklich antun? Gut, Eigenheim und Solaranlage scheinen schon vorhanden zu sein, das sind ja schon einmal zwei Dinge, die weite Bevölkerungskreise von vornherein ausschließen. Und ich denke, die meisten E-Auto-Fahrer haben das.
Die Probleme der Batterielebensdauer, der Bedienung über Screens, der Softwareprobleme, der kontraproduktiven "Assistenzsysteme" und der eingebauten Rundumüberwachung bleiben. Letztere vier betreffen alle neuen Autos. Und heutige Verbrennungsmotoren halten leider auch nicht mehr länger als E-Auto-Akkus, der Vorschriftendschungel hat hier ganze Arbeit geleistet.
Und mit dem E-Auto zu verreisen ist ein Abenteuer, Platz für ein Dutzend Apps auf dem Smartphone sollte man schon haben, teuer ist es trotzdem und in einer unbekannten Gegend erst einmal einen freien Ladepunkt zu finden, wenn man ihn braucht, kann sehr nervenaufreibend und zeitraubend sein.
Und letztlich ist es eine Frage des Geldbeutels. E-Autos sind teuer, es gibt davon keine billigen, einfach zu reparierenden Gebrauchtwagen, denn bei denen ist der Akku hin. Es gibt auch Menschen, die keinen Neuwagen leasen, ihn nicht von der Firma gestellt bekommen, die in Mietwohnungen leben und die jeden Euro gut abwägen müssen. "Tja, was wollen sie auch autofahren, wenn sie so arm sind", wird mancher von oben herab denken. Und das ist das, was mich daran vielleicht noch am meisten ankotzt.
Meine Antwort wäre, den elf Jahre alten Wagen (der vermutlich, je nach Fahrzeugklasse, auch schon einiges an kompliziertem Kram verbaut hat, was wirtschaftliche Reparaturen erschwert), durch ein noch einmal deutlich äteres Fahrzeug zu ersetzen. Je einfacher reparierbar, umso höher die potentielle Lebensdauer. Man muss sich halt darum kümmern. Neu kaufen darf man es nicht mehr.
Ich freue mich auf den Widerspruch der E-Auto-Fans ;)
"das "Schätzchen" noch möglichst lange fahren":
Im Falle des Falles auf E-Motor umrüsten (Restmod) und so das "Schätzchen" vor dem Verschrotten retten.
Was meiner Meinung nach für die breite Akzeptanz der E-Mobilität fehlt, sind *standardisierte* Ladeverfahren mit klaren vorab Preisangaben und normalen Bezahlmöglichkeiten ohne App-Zwang/Mitgliedschaften oder andere Scherze!
Stellt euch mal vor, ihr könntet euern Verbrenner nur an einer nur an einer Firmen-eigenen Tankstelle betanken (selbstverständlich nur, mit der entsprechenden App, dem Versprechen, euer Erstgeborenes auf dem Altar des Anbieters zu opfern), würdet höhere Preise bezahlen, falls ihr euch ungeschickt anstellt und etwas länger braucht und vor allem: Erfahrt erst im Nachhinein, was euch der "Spass" gekostet hat!
Leider, leider(!) hat es die deutsche Automobilindustrie verschlafen, echte Vollhybride zu entwickeln und sich auf die Abnormität von PHEV eingelassen… (das auch noch steuerbegünstigt!)
Immerhin VW scheint (einfach zig Jahre zu spät) endlich den Ernst der Lage erkannt zu haben und hat einen Vollhybrid "erfunden": https://www.volkswagen-newsroom.com/de/pressemitteilungen/elektrifizierung-leichtgemacht-volkswagen-praesentiert-neuen-vollhybrid-fuer-golf-und-t-roc-20334
Mit einem Vollhybrid spart man speziell im Stadtverkehr enorm viel Sprit und braucht keine Reichweitenängste zu haben. Tankstellen gibt es (noch) an jeder Ecke (mit klarer Preisansage) und den "Range Extender" aka Benzinkanister gibt es für kleines Geld…