Am vorigen Freitag, den 19. Juni 2026, konnte Erna Schneider Hoover ihren 100. Geburtstag feiern. Der Name ist unbekannt? Ging mir auch so, aber die Frau hat eine geniale Idee gehabt, die auch heute noch die Technik-Welt prägt. Nein, sie hat nicht den Melitta-Filter oder die Küchenmaschine erfunden, sondern ein Problem in Telefonvermittlungsanlagen gelöst.
Das Problem: Wenn eine Telefonvermittlungsanlage per Computer gesteuert wird, kann diese x Telefongespräche pro Zeiteinheit bewältigen. Gibt es mehr Anrufe, als die Kapazität her gibt, wird die Anlage überlastet. In der Anfangszeit führte dies dazu, dass die Telefonanlagen langsamer wurden und schließlich stehen blieben – es ging nichts mehr.
Erna Schneider Hoover erfand das Prinzip der Priorisierung: Telefonverbindungen, die bereits bestehen, werden weiter abgewickelt. Aber die Telefonanlage weist neue Vermittlungsanfragen zurück oder stellt sie zurück, wenn die Kapazitätsgrenze erreicht ist. Erst wenn bestehende Telefonverbindungen enden, können neue Anfragen angenommen werden.
Die Wikipedia zeichnet den Lebensweg von Erna Schneider Hoover, die am 19. Juni 1926 in den USA geboren wurde und damit ihren 100. Geburtstag feierte, nach. Die Realisierung der Computer-gesteuerten Telefonanlage fiel in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, wo Erna Schneider Hoover beschäftigt war, nachdem ihr Ehemann dort eine Anstellung fand.
Das Ganze wäre an mir vorbei gegangen, wenn nicht die Redaktion von Golem der Dame und ihren Leistungen diesen Artikel gewidmet hätte. Es wird dort deutlich, wie die Frau auch heute noch die Welt der Technik und Computer mit ihren Erfindungen prägt. Von daher: Hut ab vor der technischen Leistung und vor allem Gratulation zum Geburtstag.

