Die Inkas kannten gefriergetrocknete Kartoffeln!

Es ist eine ziemlich krasse Entdeckung, die mir die Tage untergekommen ist. Die ausgestorbene Kultur der Inka in Peru kannten bereits Gefriertrocknung, eine Technologie, die wir erst seit einigen Jahrzehnten industriell beherrschen.

Das Prinzip der Gefriertrocknung

Gefriertrocknung ist ein Verfahren zur schonenden Trocknung von Produkten. Das Produkt wird erst schockgefroren und dann getrocknet. Dabei verdampfen die Eiskristalle, ohne dass sich Wasser bildet (Sublimation). Anschließend wird das Produkt erwärmt, um das Restwasser zu entziehen. Nach erfolgter Trocknung liegt der Wassergehalt typischerweise bei 1–4 %.

Die Inkas hatten gefriergetrocknete Kartoffeln

Es war schon eine Meldung, die mir echt krass vorkam, denn ich bin auf einen Bericht gestoßen, der mich zwei Mal nachschauen ließ, ob ich mich verlesen habe. Archäologen in Peru haben gerade zwei 500 Jahre alte gefriergetrocknete Kartoffeln gefunden, die unter einem Fußboden der Inka-Stätte Tambo Viejo verborgen waren.

Gefriergetrocknete Kartoffel der Inkas

Obiges Foto zeigt eine dieser Kartoffeln, die 500 Jahre überstanden hat. Die Inkas hatten vor 500 Jahren schon Trockenkammern zum Gefriergetrocknen? Nein, die Aufklärung findet sich im Artikel Rare 500-year-old freeze-dried potatoes unearthed at Inca coastal site.

Die Kartoffel ist ja in ihrer Wild- und Kulturform in den Anden heimisch. Frische Kartoffeln verderben jedoch leicht und verfaulen in warmen Klimazonen innerhalb einer Woche. Andere Sorten sind bitter und giftig, wenn sie nicht zuvor verarbeitet werden.

Um dieses Problem zu lösen, entwickelten die Andenbewohner vor Jahrhunderten bis Jahrtausenden "Chuño". Das ist eine gefriergetrocknete Kartoffel. Hergestellt wird sie, indem man Kartoffeln den extremen Frostnächten in den Bergen im Winter aussetzt und sie anschließend in der intensiven Mittagssonne auftauen lässt.

Nach mehrmaliger Wiederholung dieses Zyklus werden die Kartoffeln zertreten und getrocknet, wodurch schwarzes Chuño entsteht. Weißes Chuño, wie es in Tambo Viejo gefunden wurde, wird aus von Natur aus giftigen, bitteren Kartoffeln hergestellt und muss nach dem Einfrieren mehrere Wochen lang eingeweicht und anschließend getrocknet werden. Das Ergebnis ist leichtes, praktisches Chuño, das jahrelang gelagert werden kann.

In obigem Foto sieht man eine gefriergetrocknete Kartoffel, die aber nicht zertreten wurde, sondern ihre Form behalten und 500 Jahre überstanden hat. Die in den Anden hergestellten Chuño wurden dann über weite Strecken im Inka-Reich transportiert. Und einige hat man in der Inkastätte vergraben, wo sie die Zeit überdauert haben.

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