Die Verbraucherzentrale warnt vor Fake-Klimaanlagen

Stop - PixabayDie Hitze des Sommers 2026 lässt Menschen über Klimaanlagen in ihren Häusern nachdenken. Es gibt solche Anlagen im Handel – teilweise sind die Läden ausverkauft. Und es gibt "Angebote im Internet", die "Kühle durch Klimaanlagen" versprechen. Eine gute Klimaanlage kann durchaus kühlen. Aber die Verbraucherzentrale warnt vor Fake-Klimaanlagen, die Kühlung versprechen, aber nicht wirklich mehr leisten, als ein billiger Ventilator, der die Luft im Raum bewegt.

Es ist Sommer, es ist heiß und so mancher Hitzegeplagter denkt über eine Klimaanlage nach. Und dann surfst Du auf einer Internetseite, und plötzlich "springt" dich eine Anzeige für eine "Klimaanlage" an, die das "Blaue vom Himmel" verspricht. Eine "Klimaanlage ohne Außengerät" – soll angeblich Deutschland im Sturm erobern, habe ich gerade beim Schreiben des Beitrags in einer Focus-Online-Anzeige gelesen, die mir schon die ganze Woche im Augenwinkel untergekommen ist. Sah auf dem Foto "richtig kühl" aus, mit weiß gezeichneten kühlen Luftschwaden, die auf dem Bild aus dem Gerät heraus kamen. Spontan ging mir ein "was ein Schmarren, wie soll das funktionieren" durch den Kopf. Aber meine Frau schimpft mich eh "Bedenkenträger", der alles hinterfragt, und nicht spontan auf irgend etwas hüpft …

Ich habe Ventilatoren und lüfte richtig

Ob das Angebot aus der Anzeige etwas taugt, kann ich nicht beurteilen – ich habe einerseits zwei simple Ventilatoren, die ich in Betrieb nehmen könnte (das aber seit Jahren nicht getan habe – die Geräte waren für die Kinder, die das Dachstudio bewohnten, aber längst aus dem Haus sind). Und ich bewohne ein Haus mit Vollwärmeschutz, das auch bei Hitze lange kühle Räume bietet (selbst im Dachstudio).

Dazu gehört aber auch, morgens, sowie spät abends und nachts zu lüften, in den restlichen Zeiten aber die Fenster zu schließen und die Rollos herunter zu lassen. Zudem fahre ich vor den Terrassentüren des Wohnzimmers eine Sonnenmarkise aus. Hält die Räume kühl, wussten schon unsere Vorfahren, die die Fensterläden im Sommer geschlossen haben.

Die Tage zufällig diesen BBC-Artikel (deutsche Fassung hier) gesehen. Forscher haben in Großbritannien ein Experiment durchgeführt, und zwei baugleiche Doppelhaushälften verglichen. Eine wurde mit Außenmarkisen an den Fenstern beschattet, die andere Hälfte nicht. Das Experiment hat schlicht altes Wissen bestätigt: In den beschatteten Räumen lagen die Temperaturen um bis zu sechs Grad niedriger als im Vergleichshaus.

Und zur Not hilft ein mit Wasser getränkter kalter Waschlappen im Nacken oder auf der Stirn, wenn es gar zu heiß werden sollte. Dazu genügend lauwarmen Tee trinken, um nicht auszutrocknen. Und als Rentner müssen wir nicht mehr, wie Dachdecker oder Landwirte (ich denke an meinen verstorbenen Vater) draußen in der Hitze arbeiten.

Ich wage es gar nicht zu erzählen: Kürzlich musste ich, als draußen 38 Grad herrschten,  meinen "Kurzaufenthalt im Keller" nach fünf Minuten abbrechen, weil mich fröstelte. Frau meinte vorher noch "Wenn Du in den Keller gehst und dich in den Liegestuhl setzt, zieh eine Jacke an, sonst wird es zu kalt" … ich dachte die foppt mich, ist doch "da unten herrlich kühl".

Das oben skizzierte "alte Wissen" ist wohl bei vielen Menschen verloren gegangen. Der moderne Mensch kennt das Internet und glaubt den dort gegebenen Beteuerungen, und bestellt auch, ist ja alles bequem, denken braucht man nicht, wenn alles einen Klick entfernt ist.

Verbraucherzentrale warnt vor "Fake"-Klimaanlagen

Und dann kommen die "lockenden" Online-Angebote für "Klimaanlagen". Scheint überhand zu nehmen, denn die Verbraucherzentrale warnt vor "Fake"-Klimaanlagen und schreibt, dass bei steigenden Temperaturen auch die Nachfrage nach Kühlung anzieht, aber auch die die Zahl unseriöser Angebote zunimmt.

Die Verbraucherzentralen warnen daher explizit vor sogenannten Mini-Klimaanlagen, die kaum mehr leisten als ein billiger Ventilator. Bei Hitze tauchen zahlreiche Werbeanzeigen für angebliche Wunderkühler, die Namen wie "Cooler" oder "Breeze" tragen, auf YouTube, in Online-Magazinen und den sozialen Netzwerken auf, schreibt die Verbraucherzentrale.

Es wird ausgenutzt, dass die Leute unter Hitze leiden und dann schnell mal auf ein solches Angebot klicken. Die Geräte seien bei chinesischen Händlern für wenige Euro und stark rabattiert erhältlich. Ein Produkt etwa hat einen Großhandelspreis von etwas über 5 Euro, taucht aber nun in Online-Shops und auch auf eigentlich seriösen Online-Marktplätzen zu erheblich höheren Preisen von 60 bis 70 Euro auf. Ein weiteres Gerät etwa kostet im Großhandel rund 12 Euro, auf der Bestellseite werden knapp 138 Euro verlangt, hat die Verbraucherzentrale beobachtet.

Hinzu kommen oft versteckte Zusatzkosten für Versand oder Garantieerweiterungen, die erst kurz vor Abschluss der Bestellung auftauchen, merken die Verbraucherschützer an. Manchmal wird auch ein Abonnement-Modell eingebunden, das die Leute unbemerkt abschließen. Bei Lieferung aus dem außereuropäischen Ausland können außerdem noch weitere Abwicklungskosten anfallen. Auf diese Kosten werden Käufer häufig  genug, und unzulässigerweise, nicht deutlich hingewiesen. Die Zusammenfassung der Verbraucherzentrale führt folgende Kernaussagen auf:

  • Günstige Mini-Klimaanlagen aus Online-Werbung sind häufig einfache Ventilatoren oder Heizlüfter, die keinen Raum wirksam kühlen können.
  • Die Werbung arbeitet mit gefälschten Testberichten, übertriebenen Versprechen (Leistungen, die physikalisch unmöglich sind) und irreführenden Markennamen.
  • Die Verkaufspreise liegen teils beim Zehnfachen des Großhandelspreises (ich hatte oben ja die Preisspannen genannt).

Ist man auf ein solches Online-Angebot bzw. auf ein solches Gerät hereingefallen, hat man zwar Widerrufs- und Gewährleistungsrechte. Aber diese Rechte durchzusetzen sei oft aber schwer bis unmöglich.

Die Verbraucherzentralen haben den Beitrag Fake-Klimaanlagen im Sommer: Wie erkenne ich unseriöse Angebote? mit ausführlichen Informationen veröffentlicht. Dort erfährt man auch, wie man solche Angebote erkennen kann, worauf man achten sollte und wie man nach einem Reinfall reagieren sollte.

Ich empfehle schlicht auf das alte Wissen unserer Großeltern zurückzugreifen, welches ich oben erwähnt habe. Rollladen runter, wenn die Sonne scheint, lüften, wenn es kühl ist. Nicht anstrengen, genug trinken und notfalls einen nassen Lappen auf Stirn oder Nacken.

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