20Heute mal ein Stück Technik- und Automobilgeschichte. Es geht um den Unimog, ein Fahrzeug, welches in der Landwirtschaft, bei der Feuerwehr, bei Kommunen, aber auch bei der Bundeswehr zum Einsatz kommt.
Der Unimog auf dem Feld und mehr
Meine Erinnerungen gehen bis in die Kindheit zurück: Unsere Väter, alles Landwirte, hatten Traktoren. Aber irgend einer der Landwirte hatte auch "einen Unimog" – wer das war, weiß ich nicht mehr so genau. Ein Führerhaus, eine Ladefläche und ein Fahrzeug, mit dem man auch schnell auf Straßen oder Autobahnen unterwegs sein konnte. Möglicherweise musste der Besitzer häufiger Forstarbeiten ausführen. Denn dort und bei Friedhofsgärtnern ist mir der Unimog häufig begegnet.
Später, bei der Bundeswehr, musste ich – neben schweren MAN-Lastern mit Raketenaufliegern, sowie einem VW-Käfer – auch per Unimog bestimmte Aufgaben übernehmen. Mir ist noch eine Fahrt von Büchel (Mosel) in den Westerwald, zu einem Truppenübungsplatz, grob in Erinnerung – dort habe ich einen Unimog gefahren.
Die Tage kam mir der n-tv-Beitrag Unimog – vom Kartoffelacker zum Extremgelände mit einer Reminiszenz an dieses Kultfahrzeug unter die Augen. Und schon waren die Erinnerungen an den Unimog präsent. Das Kürzel Unimog steht für Universal-Motor-Gerät. Gänzlich entfallen war mir der Mercedes-Stern am Kühlergrill dieser Fahrzeuge, so dass ich mich spontan gefragt habe "wer hat die Dinger gebaut". Unimog ist eine Fahrzeugmarke von Mercedes-Benz, gefertigt von Daimler Truck.
Erfunden wurde der Unimog 1946 von Albert Friedrich. Der Unimog war mit seiner Fahrerkabine und der kleinen Ladefläche ursprünglich als rein landwirtschaftliches Fahrzeug gedacht. Entsprechend war das Fahrzeug mit einer Zapfwelle für den Antrieb angehängter Maschinen und weiteren Einrichtungen zum Anbau von Geräten ausgestattet.
Der Unimog ist mir erinnerungsmäßig oft bei Gärtnern oder in der Forstwirtschaft untergekommen. Die Firma Henne zeigt auf dieser Webseite, was der Unimog da zu leisten vermag.

Unimog in der Landwirtschaft, Quelle: Webseite Firma Henne
Aber auch die Feuerwehr, das THW oder die Straßenmeisterei greifen auf das Fahrzeug zu. Mercedes Benz hat auf dieser Seite einen Konfigurator für den Unimog sowie viele Informationen bereitgestellt.
Beim WDR ist dieser Beitrag zu einem Unimog-Treffen aus 2026 abrufbar. Ich bin ja nicht so der Typ, der an Treffen und Ausstellungen von alten Landwirtschaftsmaschinen hängt. Aber beim Durchscrollen des WDR-Beitrags kamen schon viele Erinnerungen aus meiner Jugend hoch.
Hut ab, vor dem Ingenieurskollegen
Und ich ziehe meinen Hut vor dem bereits 1961 verstorbenen Ingenieurskollegen Albert Friedrich. War auch ein Bauernsohn, der dann Konstrukteur wurde, und mit dem Unimog ein Kultfahrzeug konzipierte und quasi Geschichte schrieb.
Persönlich habe ich – abseits eines Kurzausflugs in die Luft- und Raumfahrttechnik – kaum im Maschinenbau oder in der Feinwerktechnik bzw. im Apparatebau praktisch gearbeitet, sondern ging frühzeitig an "die Computerei" verloren.
Aber auch dort durfte ich 2024, bei der Beerdigung eines ehemaligen Mitarbeiters, mit Überraschung feststellen, dass eine meiner ab ca. 1985 beim damaligen Arbeitgeber kreierten Software-Schöpfungen auch nach 40 Jahren, allerdings stark weiter entwickelt, noch im Einsatz ist und in um die 1.000 Unternehmen verwendet wird.
Aber das ist ein "anderes Leben", welches ich 1993, mit dem Wechsel in eine freiberufliche Tätigkeit als IT-Autor, vollständig hinter mir gelassen habe. Nur ab einem gewissen Alter fallen einem solche Episoden als Erinnerung vor die Füße – genau wie die Episode einer von mir konstruierten Ultraschall-Prüfanlage für Flugzeugbauteile (war nochmals ein früheres Leben, wo ich als frisch gebackener Ingenieur erste Meriten erwarb, aber damals schon lieber am Computer als am Reißbrett saß). Die Konstruktion hielt ich bei meinem Exit nach nur 1 3/4 Jahren (wegen diverser Schwächen) bei diesem Arbeitgeber für "grottenschlecht" und erwartete, dass das Teil nach 2 Jahren verschrottet wird. Allerdings hatte ich noch einige Tipps für Verbesserungen und Korrekturen für meinen Nachfolger hinterlassen. Dann erfuhr ich 25 Jahre später, zu meiner großen Überraschung, von einem Freund und Ingenieurskollegen, dass man "meine Konstruktion", die sich viele Jahre bewährt hatte, durch eine neue Anlage ersetzt habe. Neue Flugzeuggenerationen forderten neue Anlagen.
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