Studie: Gut eingestellter Blutdruck kann Demenzrisiko um 15 % senken

Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)Millionen Menschen weltweit leiden im höheren Alter an einer Demenzerkrankung, die mit dem Verlust an Eigenständigkeit einhergeht. Bekannt ist, dass der Lebensstil einen Einfluss auf das Demenzrisiko hat. Nun deutet eine chinesische Studie darauf hin, dass ein gut behandelter Bluthochdruck das Demenzrisiko um 15 % senken kann.

Demenz als neue Volkskrankheit

Demenz ist ein Sammelbegriff für neurogenerative Erkrankungen, zu der auch Alzheimer gehört. In Deutschland lebten 2024 rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung (siehe Deutsche Alzheimer Gesellschaft). Im frühen Krankheitsstadium stehen Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses im Vordergrund. Die Erkrankten können sich den Inhalt von Gesprächen nicht einprägen oder finden abgelegte Gegenstände nicht mehr wieder. Zusätzlich bestehen Störungen des planenden und organisierenden Denkens, Wortfindungs- und Orientierungsstörungen.

Auf der Webseite der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gibt es eine Themenübersicht. Auf dieser Themenseite finden sich auch einige Hinweise zur Vorbeugung gegen Alzheimer, eine Form der Demenz. Dazu gehören laut der Themenseite:

  • eine ausreichende geistige, körperliche und soziale Aktivität,
  • eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, reich an Vitamin C, E und Beta-Karotin,
  • eine fett- und cholesterinarme Ernährung, möglichst ungesättigte Fettsäuren und
  • die Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes Mellitus.

Speziell das Thema Bluthochdruck (siehe auch meinen Beitrag Hoher Blutdruck erhöht Demenz-Risiko) möchte ich im Kontext dieses Artikels hervorheben.

Medizin
(Quelle: Pexels/Pixabay CC0 Lizenz)

Eine Studie aus China

Denn aus China gibt es neue Studienergebnisse, die genau zu dieser Thematik passen, wie man dieser englischsprachigen Pressemitteilung entnehmen kann. Im Rahmen einer CRHCP-Studie wurden 326 ländliche Dörfer in China eingezogen. Dabei Hälfte der Dörfer stand unter der Leitung von nichtärztlichen Gesundheitsdienstleistern in der Gemeinde. Teilnahmeberechtigt am Programm waren dabei Erwachsene ab 40 Jahren mit Bluthochdruck.

Dabei galt als Kriterium ein unbehandelter systolische Blutdruck (SBP) von mindestens 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck (DBP) von mindestens 90 mmHg. Oder von mindestens 130 mmHg und 80 mmHg bei Personen mit hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bei Personen, die derzeit blutdrucksenkende Medikamente einnehmen.

In der Interventionsgruppe, also den Teilnehmer in den Dörfern, die behandelt werden sollten, leiteten geschulte, nichtärztliche Gesundheitsdienstleister in der Gemeinde die Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten ein und passten die Dosierung gemäß einem einfachen Stufenversorgungsprotokoll an.

Ziel war es, unter Aufsicht von Hausärzten einen Zielblutdruck von weniger als 130 mmHg (SBP) und weniger als 80 mmHg (DBP) zu erreichen. Die aktive Studienphase dauerte vier Jahre, gefolgt von drei weiteren Jahren, in denen ausschließlich Beobachtungen durchgeführt wurden. Insgesamt wurden 33.995 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 63,0 Jahren in die Studie aufgenommen; 61 % waren Frauen.

Die Interventionsgruppe wies am Ende des siebenjährigen Studienzeitraums im Vergleich zur Gruppe mit Standardversorgung eine stärkere Senkung des Blutdrucks gegenüber dem Ausgangswert auf (Senkung des systolischen Blutdrucks um 17,6 mmHg gegenüber 2,4 mmHg).

Bemerkenswert ist, dass die Interventionsgruppe nach sieben Jahren ein um 15 % geringeres Risiko für Demenz aufwies als die Gruppe mit Standardversorgung (8,85 % gegenüber 10,55 %; adjustiertes Risikoverhältnis 0,85; 95 %-Konfidenzintervall 0,78 bis 0,91; p < 0,001). Die Interventionsgruppe wies zudem ein um 13 % geringeres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen und keine Demenz auf (p < 0,001).

"In dieser groß angelegten, gemeindebasierten Studie führte eine skalierbare Intervention, die von nichtärztlichem Gesundheitspersonal durchgeführt wurde, nicht nur zu einer erheblichen Senkung des Blutdrucks, sondern verringerte auch das Demenzrisiko", fasste Professor Sun die Ergebnisse zusammen und schloss: "Diese Ergebnisse untermauern die langfristige Nachhaltigkeit der Integration eines strukturierten Blutdruckmanagements in die routinemäßige Primärversorgung zur Demenzprävention auf Bevölkerungsebene." (via)

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