Steigende Unfallzahlen bei eScooter-Fahrern und Fahrerinnen führen weltweit zu drastisch verschärften Regeln. Griechenland und Paris reagieren mit Helmpflicht. In Griechenland dürften eScooter künftig erst ab 17 Jahren gefahren werden. In Deutschland hat der Verkehrsrat Mitte Juli 2026 eine eScooter-Führerscheinpflicht und ein Mindestalter von 15 Jahren gefordert.
Es ist immer das gleiche Problem: Einige oder viele Irre führen zu Debatten über die Sicherheit von Elektro-Kleinstfahrzeugen. Das sieht auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) so und forderte den Gesetzgeber zum Handeln auf.

(eScooter, Symbolbild, Quelle: Pexels, Magda Ehlers, freie Nutzung)
In einer Mitteilung fordert der DVR einen Befähigungsnachweis und will das Mindestalter von 15 Jahren für das Fahren eines eScooters festgelegt haben. Der DVR führt dazu an, dass die E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden im Jahr 2025 drastisch gestiegen sind.
- Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nahm ihre Zahl gegenüber 2024 um 38,1 Prozent von 11.944 auf 16.496 zu.
- Bei E-Scooter-Unfällen kamen 2025 insgesamt 38 Menschen ums Leben, was im Vergleich zu 2024 mit 27 Getöteten einem Anstieg um 40,7 Prozent entspricht.
- Auch die Zahl der Schwerverletzten stieg deutlich um 25,2 Prozent von 1.513 auf 1.895.
- Bei den Leichtverletzten gab es einen Zuwachs um 41,6 Prozent von 11.433 im Jahr 2024 auf 16.184 im Jahr 2025.
Das aktuelle Unfallgeschehen verdeutlicht laut DVR, dass vielen Nutzern Regelkenntnisse und die nötigen Fahrfähigkeiten im Umgang mit E-Scootern fehlen (oder schlicht egal sind). Wer keinen regulären Führerschein besitzt, soll daher künftig einen speziellen E-Scooter-Befähigungsnachweis vorlegen müssen, wie z.B. heise hier berichtete.
Wenn ich hier in meinem Umfeld schaue, wird das belegt: Fahren zu Zweit auf dem eScooter. Dann eScooter, wo die Versicherungsplakette fehlt, also auch keine Haftpflichtversicherung existiert. Interessiert die jungen Leute schlicht nicht.
E-Scooter-Befähigungsnachweis gefordert
Als einen Baustein zur Verhütung von E-Scooter-Unfällen fordert der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) die Einführung eines E-Scooter-Befähigungsnachweises für alle Verkehrsteilnehmenden, die keinen Führerschein besitzen. Das Unfallgeschehen deutet darauf hin, dass es häufig an Regelkenntnissen und Fahrfähigkeiten im Umgang mit E-Scootern mangelt.
"Wir müssen sicherstellen, dass alle, die mit einem E-Scooter unterwegs sind, die wichtigsten Regeln kennen und ihr Fahrzeug sicher beherrschen", sagt DVR-Präsident Manfred Wirsch. „Deshalb brauchen wir einen Befähigungsnachweis, vergleichbar mit der Mofa-Prüfbescheinigung. Dabei sollten grundlegende Verkehrsregeln ebenso vermittelt werden wie die sichere fahrphysikalische Beherrschung des Fahrzeugs. Jugendliche könnten eine solche Ausbildung bereits im schulischen Kontext absolvieren."
Mindestnutzungsalter von 14 auf 15 Jahre anheben
Eine aktuelle Auswertung des DVR auf Basis der Destatis-Daten verdeutlicht das Risiko für jüngere Altersgruppen. Demnach waren im Jahr 2025 2.200 der verunglückten E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer oder unerlaubt Mitfahrenden jünger als 15 Jahre. Vier von ihnen kamen ums Leben, 211 wurden schwer verletzt. Vor diesem Hintergrund fordert der DVR, das Mindestalter für die Nutzung von E-Scootern von 14 auf 15 Jahre anzuheben.
„Wer ein motorisiertes Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt, braucht die nötige Reife und Erfahrung", betont Manfred Wirsch. „Die Unfallzahlen zeigen deutlich, dass das Mindestalter auf 15 Jahre angehoben werden muss."
Fahrverhalten überdenken und Regeln konsequent durchsetzen
Laut Destatis war das häufigste Fehlverhalten von E-Scooter-Fahrendenden die falsche Benutzung der Fahrbahn oder von Gehwegen mit einem Anteil von 21,6 Prozent. Dahinter folgten das Fahren unter Alkoholeinfluss mit 10,9 Prozent sowie eine nicht angepasste Geschwindigkeit mit 8,4 Prozent.
„Viele Regeln im Straßenverkehr sind bekannt und leicht verständlich. Trotzdem entscheiden sich manche bewusst dagegen, sie einzuhalten", sagt Manfred Wirsch. „Wo Regeln bewusst missachtet werden, braucht es mehr Kontrollen durch die Polizei, damit Verkehrsregeln konsequent durchgesetzt werden."
Sichtbarkeit verbessern: Seitenmarkierungsleuchten einführen
Vor allem beim Queren von Fahrbahnen werden E-Scooter-Fahrende bei Dämmerung oder Dunkelheit häufig übersehen. Der DVR fordert deshalb eine verpflichtende Ausstattung der Fahrzeuge mit gelben, aktiv leuchtenden Seitenmarkierungsleuchten. Für Bestandsfahrzeuge sollten zudem Reflektoren an der Lenkstange vorgeschrieben werden, um die seitliche Erkennbarkeit zu verbessern.
Bund und Länder müssen nachsteuern
Der DVR begrüßt die ab 2027 geltende Blinkerpflicht für Neufahrzeuge sowie die angehobenen Verwarngelder für unerlaubte Gehwegnutzung und das Fahren zu zweit. Positiv bewertet der DVR auch die geplante Einbeziehung von E-Scootern in die Gefährdungshaftung der Fahrzeughalter, die sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren befindet. Diese Regelung soll Menschen, die durch rücksichtslos abgestellte E-Scooter verletzt werden, den Zugang zu Entschädigungen erleichtern.
„Angesichts der alarmierenden Unfallbilanz appelliere ich an Bund und Länder, bei den Regeln für E-Scooter kontinuierlich nachzusteuern", sagt Manfred Wirsch. „Ein Befähigungsnachweis, ein Mindestalter von 15 Jahren und eine bessere Sichtbarkeit können dazu beitragen, die Zahl schwerer Unfälle wirksam zu senken."
Zudem rät der DVR dringend zum Selbstschutz: „Wer mit dem E-Scooter sicher unterwegs sein will, sollte sich nicht nur an die Verkehrsregeln halten und vorausschauend fahren, sondern auch einen Helm tragen, um das Risiko schwerer Kopfverletzungen zu reduzieren", rät Manfred Wirsch.
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