Das japanische Unternehmen iSpace wollte die Tage einen weiteren, zweiten Versuch unternehmen, und weich auf dem Mond landen. Auch dieser Versuch ist gescheitert, wie nun fest steht.
Japans zweite iSpace-Mission
Im Januar 2025 wurde mit einer Falcon 9-Mission ein neues Mondlandefahrzeug – Hakuto-R Mission 2 (Resilience) – der japanischen Firma iSpace – in den Weltraum gebracht. Das war die zweite Mond-Mission des Unternehmen, denn im Mai 2023 hatte ich im Blog-Beitrag Erste private japanische Mondlandung gescheitert über den Versuch einer erste unbemannten Mondlandung einer privaten Firma berichtet. Die Mission der japanischen Firma iSpace scheiterte damals wohl wegen eines Software-Fehlers. Der Lander stürzte aus ca. einem Kilometer Höhe ab, nachdem das Landetriebwerk abgeschaltet worden war.
Mit der Falcon 9 wurde noch eine weitere Mondlandesonde gestartet (siehe Zwei Lande-Roboter auf dem Weg zum Mond).
Der Flug der Sonde Resilience zum Mond dauerte mehrere Monate, bis eine Umlaufbahn erreicht wurde. Nach dem ersten Monat absolvierte Resilience einen Mondvorbeiflug und operierte anschließend im tiefen Weltraum, bevor die Sonde in eine Umlaufbahn um den Mond einschwenkte.
Die Hakuto-R Mission 2 baute vom Raumfahrzeug im wesentlichen auf dem Entwurf der gescheiterten Hakuto-R Mission 1 auf, wobei aber Verbesserungen vorgenommen wurden, um erfolgreich eine weiche Landung zu schaffen.
Die Hauptziele dieser Mission waren die weiche Landung auf der Mondoberfläche sowie die Erprobung des selbstgebauten Rovers (mit Namen Tenacious) sowie der Transport weiterer Nutzlasten zur Mondoberfläche. Der nur 5 kg schwere, 31,5 cm breite und 54 cm lange Rover war mit einer HD-Kamera zur Aufnahme von Bildern von der Mondoberfläche und einer Schaufel ausgestattet.
Darüber hinaus sollen die gesammelten Daten dazu genutzt werden, das nachfolgende Landermodell APEX zu verbessern. Dieses soll im Jahr 2026 starten und unter anderem Nutzlasten der NASA zur Mondrückseite befördern. Das ist nun aber alles Schall und Rauch.
Landeoperation wohl gescheitert
In einem Status-Update hat iSpace das Scheitern des letzten Schritts, der weichen Mondlandung, bekannt gegeben. Am 6. Juni 2025 (JST) begann die Resilence-Mondlandefähre mit einer Landesequenz, um weich auf der Mondoberfläche aufzusetzen.
Der Lander sank von einer Höhe von ca. 100 km auf ca. 20 km ab und zündete dann wie geplant sein Haupttriebwerk, um die Abbremsung einzuleiten. Zwar wurde bestätigt, dass die Lage des Landers nahezu senkrecht war, aber danach ging die Telemetrie verloren. Es wurde zwar noch ein Reboot-Kommando an den Lander geschickt, was aber wohl erfolglos blieb.
Die Ingenieure schreiben, dass der Laser-Entfernungsmesser, der zur Messung der Entfernung zur Mondoberfläche verwendet wurde, Verzögerungen bei der Ermittlung gültiger Messwerte hatte. Infolgedessen konnte der Lander nicht ausreichend abbremsen, um die für die geplante Mondlandung erforderliche Geschwindigkeit zu erreichen.
Nach der Landesequenz konnte das Missionskontrollzentrum keine Kommunikation mit der Resilence-Mondlandefähre herstellen. Aufgrund dieser Umstände wird derzeit davon ausgegangen, dass der Lander wahrscheinlich eine harte Landung auf der Mondoberfläche durchgeführt hat und zerschellt ist.
Um 8:00 Uhr am 6. Juni 2025 kamen die Missionskontrolleure zum Schluss, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Kommunikation mit der Landefähre wiederhergestellt werden kann und daher keine weiche Landung erfolgte. Es wurde beschlossen, die Mission zu beenden. heise hat hier noch einige Informationen zur Mission veröffentlicht.
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