Anglerlatein: Der Riesen-Wels und die zwei Schubkarren

Heute noch etwas "Anglerlatein": Es geht um einen riesigen, aber toten Wels, den man im Stadt-Weiher der Gemeinde Dreieich-Sprendlingen (im Umland von Frankfurt) gefunden hat. Auch zwei Schubkarren kommen in der wahren Geschichte vor.

Eine kleine Geschichte, in den Tagen, wo ein sterbender Wal in der Ostsee seit drei Wochen die Gemüter der Leute bewegt und ein arges Schlaglicht auf die heutige Gesellschaft wirft.

Die Legende vom Wels im Stadt-Weiher

Es gibt im Umland von Frankfurt eine Gemeinde mit dem Namen Dreieich-Sprendlingen. Der Stadteil Dreieich hat ca. 20.000 Einwohner und liegt in Südhessen, im Kreis Offenbach. Benachbart sind die Städtchen Neu-Isenburg und Langen. Mir ist Dreieich-Sprendlingen vor allem durch den Bahnhof bekannt, fährt doch eine S-Bahnlinie aus Frankfurt dort hin.

Ach ja, es gibt noch einen Stadt-Weiher als lokale Sehenswürdigkeit – nicht das man dies erwähnen müsste. Aber für den Angelsportvereins (ASV) Sprendlingen ist der Weiher wichtig. Vom Verein werden immer mal wieder Edel-Jungfische in eben diesem Weiher ausgesetzt, auf das die Tiere wachsen und später mal in Groß geangelt werden können.

Nur war es in den letzten Jahren so, dass viele dieser Jungfische plötzlich verschwanden und niemals gefangen wurden. Dafür ging die Mär vom Wels im Stadt-Weiher um, der diese Fische frisst. Es muss dann wohl ein europäischer Wels gewesen sein, ein in Süßwasser lebender Raubfisch, der sich von Fischen und anderen Wirbellosen ernährt.

Der Wels vom "Karpfenteich" in Dreieich (-Sprendlingen) war allerdings ein Mythos. Denn niemand hatte den bisher gesehen. Es blieben nur die nie gefangenen Fische. Eine Aktion, bei der der Weiher sogar abgepumpt wurde, blieb erfolglos. Die Mär vom Wels im Weiher wurde nicht wider- aber auch nicht wirklich belegt.

Die zwei Schubkarren und der tote Wels

Es war der März 2026, der Klarheit brachte. Ein Baum war ins Wasser des Weihers gefallen, und Angler des Angelsportvereins (ASV) Sprendlingen sahen, dass ein toter Fisch sich in diesem Baum verfangen hatte. Gewässerwart Ralf Schütze und weitere Angler bargen den Fisch, der sich als Wels entpuppte. Der Kadaver war 2,60 Meter lang und wog etwa 100 Kilo.

Toter Wels

Zum Abtransport des Welses waren zwei Schubkarren notwendig, wie das Medium op-online.de in obigem Foto dokumentiert. Damit war der "lebende Mythos" vorbei, das Tier war ja tot, aber das Rätsel der verschwundenen Jungfische gelöst. Der Wels habe keine natürlichen Fressfeinde im Weiher gehabt, erklärte Gewässerwart Ralf Schütze dem Online-Medium. Und der Tisch war durch zahlreiche Fische im Weiher gut gedeckt. Dem Angelsportverein blieb nur, den Fisch zur Tierkörperverwertungsanstalt zu geben – denn "für die Mülltonne" war der Kadaver zu groß.

Die Skat-Freunde, das Kartenspiel und die Welse

Bleibt noch die Frage, wie der Wels in den Weiher kam. Es gibt die Story, dass eine Skatrunde in den 80er Jahren auf die doofe Idee kam, den Spieleinsatz zum Kauf von Lebendfischen aus dem Handel zu verwenden. Dabei wurden zwei kleiner Welse gekauft und im Weiher ausgesetzt.

Eines der Exemplare scheint wohl 40 Jahre überlebt zu haben, um zur beachtlichen Größe von 2,60 Metern heranzuwachsen und über die vier Jahrzehnte den Fischbesatz weg zu fressen. So geht Anglerlatein – ich hätte es nicht geglaubt, selbst wenn ich dabei gewesen wäre.

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Ein Kommentar zu Anglerlatein: Der Riesen-Wels und die zwei Schubkarren

  1. Günther sagt:

    Kurze Klarstellung:
    Sprendlingen ist ein Stadtteil der Stadt Dreieich.

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