Telefonbetrug: Toilettenpapier zum Luxuspreis

Stop - PixabayNervende Anrufe von Telefonwerbern, die Pflegeprodukte für ältere Menschen über die Pflegeversicherung absetzen möchten, kennen vermutlich Viele. Aber es gibt noch eine weitere Masche, bei der Telefonwerbe ältere Menschen anrufen, um diesen teure, aber nutzlose Produkte anzudrehen. Einer 82 jährigen Seniorin wurde am Telefon "Luxus-Toilettenpapier" zum Preis von 2,64 Euro pro Rolle angedreht. Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt eindringlich vor der Masche.

Die Nepper, Schlepper und Bauernfänger sterben nicht aus. Heute versuchen aggressive Telefonwerber ältere Menschen zu übertölpeln und denen unnütze, aber total überteuerte Produkte anzudrehen. Am Artikelende habe ich ja einige Beiträge hier aus dem Blog zu Betrügereien oder nervender Werbung verlinkt.

Teures Toilettenpapier für Seniorin

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor aggressiven Telefonverkäufen, die insbesondere ältere Menschen unter Druck setzen und präsentiert einen besonderen Fall. Eine 82 jährige Rentnerin wurde unerwartet telefonisch von einem Mitarbeiter des Unternehmens "R.Kaniss aus Duisburg" kontaktiert. Im Telefonat wurde die Angerufene gebeten, durch den Kauf von Toilettenpapier und Küchenrollen die Beschäftigung von Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen zu unterstützen.

Weil sie weder den geforderten Gesamtbetrag von mehr als 1.000 Euro bezahlen noch die große Warenmenge lagern konnte, lehnte die angerufene Person den Kauf zunächst ab. Der Verkäufer ließ jedoch nicht von ihr ab, bis sie schließlich einer Lieferung in vier Teilabschnitten zustimmte. Die 82-Jährige schilderte der Verbraucherzentrale, der  Anrufen habe unter Tränen und Flehen an sie appelliert, die Ware abzunehmen. Solche emotionalen Drucksituationen können Verbraucherinnen und Verbraucher erheblich beeinflussen

Bereits die erste Teilsendung sorgte bei der Dame für Ernüchterung: 48 Rollen Toilettenpapier und 40 Rollen Küchenpapier kosteten insgesamt 260,94 Euro. Das entspricht rund 2,64 Euro pro Rolle Toilettenpapier und 2,85 Euro pro Küchenrolle zuzüglich Versandkosten. „Aus unserer Sicht stehen die Preise in keinem angemessenen Verhältnis zu den üblichen Marktpreisen", sagt Jasmin Trautloft von der Verbraucherzentrale.

Widerspruch half nicht

Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Sachsen widerrief die Seniorin den telefonisch geschlossenen Vertrag fristgerecht. Die Ware schickte sie mit dem beiliegenden Retourenschein zurück und dokumentierte den gesamten Vorgang. Doch damit war die Angelegenheit nicht beendet.

Trotz Widerruf des Geschäfts erhielt sie weiterhin Rechnungen, Mahnungen und Zahlungsaufforderungen. Zudem wurde ihr telefonisch angekündigt, die Ware werde  erneut versendet.

„Solches Verhalten gegenüber hilfsbereiten Menschen empfinden wir als äußerst unangemessen und schätzen derartige Geschäfte mit Produkten des täglichen Bedarfs als sittenwidrig ein", so Jasmin Trautloft weiter.

Das rät die Verbraucherzentrale Sachsen

Angesichts des Falls hat die Verbraucherzentrale Sachsen die nachfolgenden Ratschläge für Verbraucher und Verbraucherinnen veröffentlicht.

  • Bei unerwarteten Werbeanrufen keine spontanen Kaufentscheidungen treffen. Am besten ist es, sofort aufzulegen.
  • Rechnungen und Vertragsunterlagen sollten nach telefonischen Abschlüssen genau  geprüft werden (leider greift immer häufiger, dass Verträge online abgeschlossen werden müssen).
  • Das Widerrufsrecht fristgerecht schriftlich ausüben, wenn der Vertrag rückgängig gemacht werden soll.

Bei Unsicherheiten sollten Betroffene frühzeitig rechtlichen Rat einholen, um nicht in eine Falle zu laufen. Am besten ist es, bei solchen Gesprächen sich weitere Anrufe zu verbitten, aufzulegen und den Anrufer bei der Bundesnetzagentur zu melden.

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