Gärtnern und Unkraut zupfen als "Jungbrunnen" und gegen chronische Schmerzen?

GesundheitGärtnern und Gartenarbeit ist mitunter zwar schweißtreibend, kann aber bis ins Alter fit halten und soll sogar gegen chronische Schmerzen helfen. Das ist die Theorie von Orthopäde und Mediziner Arne-Björn Jäger, der dazu die "Theorie des Orthopädischen Gärtnerns" entwickelt hat. Ich bin vor einiger Zeit auf diese Information gestoßen und packe es mal hier in den Blog.

Also, wenn ich mal meiner Hecke einen Formschnitt verpasse, den Fliederbaum beschneide, meinem Nutzgarten grabe (ein das "Handtuch" von ca. 15 Meter x 1,5 Meter), einen kränkelnden Strauch mit der Spitzhacke aus der Erde wuchte, bin ich anschließend fix und foxy. Meine Frau rackert zwar mehr im Garten, klagt aber auch nach Stunden "ich hab Rücken". Die Woche mit meiner Frau zum Erdbeer-Bauern aufs Feld gefahren, um ein Körbchen Erdbeeren zu pflücken. Das Bücken und halb Hocken zum Pflücken ist an Rücken und Oberschenkel gegangen. Und Tags darauf hatte ich Muskelkater in den Oberschenkeln.

Spontane Erkenntnis, bereits beim Pflücken : "Nee, Du bewirbst dich nicht als Spargelstecher oder Erdbeerpflücker, um deine Rente aufzustocken, blogge lieber weiter, ist einfacher". Scherz beiseite, solange Deutsche Rentenversicherung, der Ex-Arbeitgeber und dessen Pensionskasse zahlen, bleibt der Abstecher zum Erdbeerbauern Luxus, um mich daran zu erinnern, wie gut ich es habe. Denn Oma hatte das "Du wirst Landwirt und übernimmst den Hof" für mich vorgesehen. Wäre rackern und placken geworden  – lang ist's her, und der Hof ist samt Ländereien nach dem Tod der Eltern seit 10 Jahren verkauft. Brauche ich nicht, bzw. ich wäre Fehlbesetzung gewesen. Irgend etwas mache ich wohl falsch …

Aber orthopädisches Gärtnern soll gut sein …

Vor einiger Zeit bin ich beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) auf den Artikel Statt Fitnessstudio Mehr als Unkrautzupfen: Wie Gärtnern gegen chronische Schmerzen hilft gestoßen. Der Artikel greift das Konzept des "Orthopädischen Gärtnerns" von Orthopäde Arne-Björn Jäger auf. Dessen These ist, dass Gartenarbeit, richtig dosiert und ausgeführt, ein wertvolles Ganzkörpertraining sei, bei dem verschiedene Muskelgruppen aktiviert und komplexe Bewegungsabläufe geübt werden.

Ich tu mir schwer …

Da Gärtnern außerdem eine Wohltat für die Psyche sei, würden auch Menschen mit chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats davon profitieren. Ich habe zwar mal gelesen und auf einem Foto gesehen, dass ein bayerischer Ministerpräsident Bäume umarmt. Und es gibt das "Waldbaden", mit dem ich persönlich Null anfangen kann – ich bin viel im Wald und genieße das auf meinen Wanderungen oder längeren Spaziergängen. Muss das aber nicht überhöhen oder zum Stressabbau nutzen.

Zurück zum Hecke schneiden und Rasen mähen, was man Zen-mäßig handhaben könnte, um die Psyche wohltuend zu beeinflussen. Ich hab ja meine Probleme damit, schneide ich die Hecke (20 Meter Kirschlorbeer), dauert das schon seine Zeit und der Schnitt muss weggeräumt werden. Da ist nix wohltuend, sondern rackern, ich will fertig werden.

Und beim Rasen-mähen gibt's Mecker von bester Frau von Welt "Du bist immer Ratz-Fatz fertig, das muss ordentlich gemacht werden". Bei mir gilt "schnell, schnell, ich hab keine Zeit" – genau, wie beim Friseur, beim Einkaufen, bei Arzt oder Zahnarzt. Wenn Du bis ein gewisses Alter erreicht hast, fehlt dir die Lebenszeit, um stundenlang die Grashälmchen anzuschauen, ob die noch kürzer müssen. Frau kann sich beim Rasenmähen durchaus zwei Stunden verlustieren, während ich in 10-15 Minuten fertig sein möchte.

Garten mit Rosen
Rasen und Kirschlorbeerhecke – Arbeit im Garten

Vielleicht bin ich ja noch nicht alt genug, um das zu genießen – wobei ich es durchaus genieße, jetzt auf meiner Terrasse zu sitzen und den Garten mit den Rosen oder anderen Blumen anzuschauen.

Rosenblüte am HauseingangRosenbüsche am Hauseingang

Aber die Rosen habe ich im Frühjahr, zum Leidwesen meiner Frau (da wächst ja nichts mehr, dieses Jahr) auch kräftig beschnitten. Die Rosen danken es mit üppigem Wuchs und beginnen bereits zu blühen.

Du musst es nur richtig machen …

Ich habe jetzt, beim Schreiben des Texts, noch die Seite Orthoinform von Dr. med Arne-Björn Jäger aus Konz (ist also auch ein Eifelaner) besucht und mir den Artikel Gartentherapie: "Das orthopädische Gärtnern" durchgelesen. Dazu kamen noch die Tipps der Seite Wertvolles Training: Frühlingsgärtnern sorgt für Bewegung und stärkt den Rücken der Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) gegönnt. A

ber ehrlich, mir ist das alles zu anstrengend, was ich alles machen und beachten soll, bis ich den Rasen schneiden darf. Ich mache einfach, Hau-Ruck und fertig. Vielleicht bin ich deshalb so kaputt? Aber hey, es kann ja noch werden, wenn ich mal älter bin. Wobei böse Zungen flüstern "der sieht sich die Rabatten von unten an". Ich gehe jetzt mal zum Sport – wobei es auch da heißt "Sport ist Mord".

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