Jedes Jahr erleiden 200.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Ein Teil der Schlaganfallpatienten stirbt, für die anderen ist das Leben danach oft ein komplett anderes. 70 Prozent der Schlaganfälle sind vermeidbar, sagen Mediziner. Schlaganfälle, bedingt durch Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der Halsschlagader, lassen sich reduzieren, wenn man die Risiken kennt und vermeidet.
Ein Schlaganfall auf Grund eines Blutgerinnsels im Gehirn, oft ausgelöst durch Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der Halsschlagader. Die Halsschlagader verengt sich mit steigendem Alter auf Grund arteriosklerotischer Veränderungen. Bricht eine Engstelle auf und wird ein Bruchteil mit dem Blut ins Gehirn gespült, setzt sich ein Gefäß zu und Gehirnteile hinter dieser Stelle sterben ab. Die Folgen können tödlich sein, und stellen bei Überlebenden das bisherige Leben auf den Kopf.
Ich habe mich untersuchen lassen
Ich selbst habe nach einer medizinisch notwendigen Untersuchung meiner Herzkranzgefäße per Herzkatheter (da ist alles frei) auch einen sogenannten Carotis-Ultraschall als IGEL-Leistung beim Hausarzt durchführen lassen. Hintergrund war, dass bei meiner Frau bei der gleichen Untersuchung eine leichte, einseitige Ablagerung entdeckt wurde, der nun mit einer Statin-Therapie begegnet wird. Ich war zwar ziemlich überzeugt, "da ist nix", aber ich habe Risikofaktoren, und der Ultraschall zeigte ebenfalls beidseitig minimale Ablagerungen an der Carotis.

(Quelle: Pexels/Pixabay CC0 Lizenz)
Nix dramatisches, meinte der Arzt, aber er hat Statine in geringer Dosis verschrieben, um das Risiko für eine Stenose zu reduzieren – als Patient mit Bluthochdruck habe ich einen Risikofaktor für Arterienverkalkung/-verengung.
Ärzte geben Hinweise zur Risikoreduzierung
Ich hatte vor einiger Zeit bereits den Artikel Schlaganfall: Die 10 größten Risikofaktoren hier im Blog. Auch die Kollegen von Feierabend.de widmen sich hier den Risikofaktoren. Aber ich bin vor einiger Zeit bin ich in der Frankfurter Rundschau auf den Artikel Größte Feinde der Halsschlagader: Chefarzt nennt vier Risiken für Schlaganfälle gestoßen, der plakativ die vier größten Risiken aufzeigt. Hat mir gefallen, denn wer die vier Risiken kennt und gegensteuert, hat schon viel gewonnen. Hier die größten medizinischen Risikofaktoren.
- Diabetes: Greift die Gefäße an und löst Entzündungen aus, die zu Ablagerungen führen.
- Bluthochdruck: Unbehandelt, oder schlecht eingestellt schädigt die Gefäßwände, fördert ebenfalls entzündliche Prozesse und löst Verhärtungen aus.
- Erhöhtes Cholesterin: Hier wird ein erhöhter LDL-Wert als Ursache für Ablagerungen (Plaques) genannt. HDL soll dem zwar entgegen wirken – aber am Ende des Tages gibt es weitere Risikofaktoren.
Daneben gibt es die Risikofaktoren Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel, Übergewicht, die ebenfalls Gefäßveränderungen und letztendlich einen Schlaganfall begünstigen, wie man hier beispielsweise lesen kann. Rauchen war in obigem Artikel der vierte Risikofaktor. Und alle diese Risikofaktoren lassen sich durch Verzicht, abspecken und "runter von der Couch und bewegen" eliminieren.
Man hat es selbst in der Hand
Für mich persönlich habe ich die Risikofaktoren Cholesterin und Bluthochdruck medikamentös gut eingestellt, die restlichen Risikofaktoren aus dem FR-Artikel wie Rauchen, Alkohol, Gewicht, Bewegungsmangel, treffen bei mir nicht zu. Allerdings lasse ich meine medizinischen Daten vom Arzt in jährlichen Vorsorgeuntersuchungen per Blutbild checken, ernähre mich gesund, bewege mich viel, treibe Sport und nehme zudem – nach diagnostiziertem Vorhofflimmern (siehe Risiko Vorhofflimmern, Herzschwäche und Schlaganfall droht) – gemäß den medizinischen Leitlinien – Blutverdünner, um diesem Risikofaktor entgegen zu wirken.
Aus meiner Sicht kann ich nur jedem Leser und jeder Leserin raten, sich über die Risiken und Prävention in Sachen Schlaganfall (und Herzinfarkt) zu informieren und rechtzeitig gegen zu steuern. Ich habe nach einem schweren Sportunfall mit einem quasi-Genickbruch in der Reha die Schlaganfall-Patienten gesehen und mitbekommen, wie mühsam es sein kann, selbst einfachste Sachen wieder zu erlernen. Ein Betroffener aus der etwas weiteren Nachbarschaft ist nach Jahren immer noch mit Rollator und recht mühsam unterwegs, sprachliche Kommunikation geht überhaupt nicht. Das bisherige Leben ist mit Lähmungen oder sprachlichen Einschränkungen vorbei. Auch die eigene Mutter sowie eine Tante sind, allerdings im höheren bis sehr hohen Alter, an Schlaganfällen verstorben.
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